Das Wichtigste in Kürze
- Dauer und Abschluss: Die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf und dauert dreieinhalb Jahre. Sie endet mit einer Abschlussprüfung in zwei Teilen vor der Industrie- und Handelskammer (IHK).
- Drei Fachrichtungen: Instandhaltungstechnik (Wartung am Flugzeug), Fertigungstechnik (Bau von Strukturbauteilen) und Triebwerkstechnik. Die Wahl fällt mit dem Ausbildungsvertrag.
- Zugang: Ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. Die Betriebe verlangen in ihren Ausschreibungen einen Haupt- oder Realschulabschluss, Interesse an Mathematik und Physik, Englischkenntnisse sowie Schichtbereitschaft.
- Vergütung: Lufthansa Technik nennt für den Start 2027 zwischen 1.421 € und 1.586 € brutto im Monat, Eurowings Technik 1.067 € bis 1.321 €. Die gesetzliche Mindestvergütung liegt 2026 bei 724 € im ersten Jahr.
- Europäische Lizenz: Seit August 2024 ist die Ausbildungsordnung auf die EU-Vorgaben für Luftfahrttechniker abgestimmt. Absolventen sollen die Lizenz der Kategorie A ohne zusätzliche Prüfungen erhalten.
Was macht ein Fluggerätmechaniker?
Fluggerätmechaniker halten Flugzeuge, Hubschrauber und ihre Triebwerke in einem Zustand, in dem sie sicher starten dürfen. Sie prüfen Fahrwerke, Steuerflächen, Hydraulik und Kabinensysteme, tauschen Bauteile, suchen Fehler und dokumentieren jede Arbeit so, dass sie für die Luftfahrtbehörden nachvollziehbar bleibt. Im englischsprachigen Betrieb heißt derselbe Beruf Aircraft Mechanic, im Alltag sagen viele schlicht Flugzeugmechaniker. Rechtlich ist die Bezeichnung eindeutig: Der Fluggerätmechaniker ist nach dem Berufsbildungsgesetz ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, geregelt in der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fluggerätmechaniker.
Abzugrenzen ist der Beruf vom Fluggerätelektroniker, der sich um die Avionik, also die elektronischen Bordsysteme, sowie um Bordelektrik und Verkabelung kümmert und nach einer eigenen Ausbildungsordnung ebenfalls dreieinhalb Jahre lernt. Beide Berufe arbeiten am selben Flugzeug, an den großen Standorten oft in derselben Halle. Wer sich für Kabel, Sensorik und Bordcomputer mehr begeistert als für Struktur, Hydraulik und Triebwerke, bewirbt sich auf die Elektroniker-Variante. In diesem Artikel geht es um die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker.
Welche Fachrichtungen gibt es in der Fluggerätmechaniker-Ausbildung?
Die Ausbildung gliedert sich nach § 3 der Ausbildungsordnung in gemeinsame Inhalte und in eine von drei Fachrichtungen, die im Ausbildungsvertrag festgelegt wird:
| Fachrichtung | Kern der Ausbildung | Typischer Einsatzort |
|---|---|---|
| Instandhaltungstechnik | Instandhalten von Bauteilen und Systemen, Analysieren und Beheben von Störungen, Abfertigen von Fluggeräten | Wartungsbetriebe der Airlines am Flughafen: kurze Checks zwischen zwei Flügen (Line Maintenance) und große Überholungen im Hangar (Base Maintenance) |
| Fertigungstechnik | Herstellen und Instandsetzen metallischer Bauteile, Bearbeiten von Kunststoff- und Verbundwerkstoffen, Fügen von Strukturbauteilen, Montieren von Systemen | Flugzeugbau, Strukturwerkstätten, Komponentenüberholung |
| Triebwerkstechnik | Herstellen und Instandsetzen von Triebwerksbauteilen, Montieren und Demontieren von Triebwerken, Funktionsprüfungen, Störungsanalyse | Triebwerksüberholung in Triebwerkswerkstätten (Engine Shops) |
Quelle: Verordnung über die Berufsausbildung zum Fluggerätmechaniker und zur Fluggerätmechanikerin (FlugMechAusbV 2013), Fassung vom 11. Juni 2024.
Für Bewerber am Flughafen ist die Instandhaltungstechnik die naheliegende Wahl, denn sie führt direkt an das betriebsbereite Flugzeug. Genau diese Fachrichtung schreiben Lufthansa, Condor Technik, Eurowings Technik und Ryanair Engineering Germany an ihren Stationen aus. Die Fertigungstechnik und die Triebwerkstechnik sind stärker in den großen Instandhaltungswerken zu Hause, etwa bei Lufthansa Technik in Hamburg und Frankfurt oder bei der Triebwerkstochter Lufthansa Technik AERO Alzey. Wie sich die Nachfrage bundesweit verteilt, zeigen die neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge:
| Fachrichtung | Neue Ausbildungsverträge 2025 | Neue Ausbildungsverträge 2024 |
|---|---|---|
| Instandhaltungstechnik | 408 | 408 |
| Fertigungstechnik | 315 | 330 |
| Triebwerkstechnik | 192 | 195 |
| Fluggerätmechaniker gesamt | 921 | 936 |
| Zum Vergleich: Fluggerätelektroniker | 174 | 171 |
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, Erhebung „Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30. September“, Tabelle 46 (2025); Werte aus Datenschutzgründen auf Vielfache von 3 gerundet, Industrie und Handel, Deutschland gesamt.
Knapp 1.000 junge Menschen beginnen also jedes Jahr diese Ausbildung, fast die Hälfte davon in der Instandhaltungstechnik. Der Beruf ist damit klein im Vergleich zu den großen Industrieberufen, aber stabil, und die Nachfrage der Betriebe konzentriert sich auf wenige Standorte mit Luftfahrtindustrie.
Welche Voraussetzungen gelten für die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker?
Die Ausbildungsordnung schreibt keinen Schulabschluss vor. Was die Betriebe tatsächlich verlangen, steht in ihren Ausschreibungen, und die haben wir für die Ausbildungsplätze mit Start 2027 ausgewertet. Sechs Anforderungen kehren dabei wieder:
Schulabschluss
Gesetzlich ist kein Abschluss vorgeschrieben, in der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Hochschulreife ein. Die Ausschreibungen setzen die Hürde unterschiedlich: Lufthansa und Ryanair Engineering Germany akzeptieren den Hauptschulabschluss, Lufthansa Technik AERO Alzey verlangt einen guten Hauptschul- oder einen Realschulabschluss, Eurowings Technik nennt Abitur, Fachabitur oder einen guten Realschulabschluss.
Technisches Verständnis
Alle Betriebe fragen nach Interesse an Mathematik, Physik und Naturwissenschaften sowie nach handwerklichem Geschick. Lufthansa ergänzt ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, Condor Technik und Alzey nennen ausdrücklich gute Noten in den naturwissenschaftlichen Fächern. Ein Praktikum in einer Werkstatt ist kein Muss, hilft aber bei der Einschätzung, ob Ihnen die Arbeit mit Werkzeug und Dokumentation liegt.
Deutsch und Englisch
Wartungsunterlagen der Hersteller sind auf Englisch geschrieben, deshalb steht Englisch in jeder Ausschreibung. Eurowings Technik verlangt Deutsch und Englisch ab Niveau B2, Ryanair Engineering Germany Grundkenntnisse in Wort und Schrift, Lufthansa Technik formuliert es als Bereitschaft, die Englischkenntnisse auszubauen. Gute Deutschkenntnisse setzen alle Betriebe voraus.
Gesundheit und Farbsehen
Lufthansa verlangt die gesundheitlichen Voraussetzungen für die Ausbildung einschließlich eines sicheren Farbsehens, denn Kabel, Warnleuchten und Kennzeichnungen werden über Farben unterschieden. Eine Brille ist kein Hindernis. Wer im Schichtdienst am Vorfeld arbeitet, sollte außerdem körperlich belastbar sein, weil Arbeiten über Kopf, in engen Bauräumen und bei jedem Wetter dazugehören.
Zuverlässigkeit und Zugang
Wer am Flugzeug im Sicherheitsbereich arbeitet, braucht eine behördliche Zuverlässigkeitsüberprüfung. Ryanair Engineering Germany nennt sie als Einstellungsvoraussetzung, dazu einen gültigen EU- oder EWR-Pass. Was die Behörde dabei prüft und wie lange das dauert, erklärt unser Ratgeber Zuverlässigkeitsüberprüfung am Flughafen.
Schichtbereitschaft, Alter, Führerschein
Flugzeuge werden nachts und am Wochenende gewartet, deshalb verlangen Lufthansa, Lufthansa Technik und Ryanair die Bereitschaft zum Schichtdienst. Condor Technik setzt aus diesem Grund ein Mindestalter von 18 Jahren zu Ausbildungsbeginn. Einen Führerschein der Klasse B erwarten Condor sofort und Lufthansa spätestens bis zum Ende der Ausbildung, weil Vorfeldfahrzeuge zum Arbeitsalltag gehören.
Bemerkenswert ist, was nicht verlangt wird: keine Vorkenntnisse aus der Luftfahrt, kein Vorpraktikum und kein Abitur. Die Ausbildung ist bewusst auch für Realschulabgänger gebaut, und gerade die Airlines werben in ihren Anzeigen mit einem Einstieg direkt nach der Schule.
Wie läuft die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker ab?
Nach § 2 der Ausbildungsordnung dauert die Ausbildung dreieinhalb Jahre. Sie ist dual organisiert, wechselt also zwischen Betrieb und Berufsschule, und schließt mit der gestreckten Abschlussprüfung ab. Gestreckt heißt: zwei Prüfungsteile statt einer Zwischen- und einer Abschlussprüfung, wobei beide Teile in die Endnote einfließen. Den ersten Teil legen die Auszubildenden nach § 6 vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres ab. Wie die Betriebe diese Vorgabe füllen, unterscheidet sich deutlich:
| Ausbildungsbetrieb | Aufbau laut Ausschreibung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Lufthansa Technik (Hamburg, Frankfurt) | Berufsschule, betriebsinterne Lehrgänge, Praxisphasen in Ausbildungswerkstätten und an Trainingsflugzeugen, Einsätze in verschiedenen Bereichen | rund 800 Auszubildende an drei Ausbildungsstandorten, alle drei Fachrichtungen |
| Deutsche Lufthansa (Frankfurt, München, Berlin) | Start 2. August 2027, Prüfen, Warten und Instandsetzen direkt am Flugzeug und in Spezialwerkstätten | Instandhaltungs- und Fertigungstechnik an drei Drehkreuzen |
| Condor Technik (Frankfurt) | erste sechs Monate überbetriebliche Grundausbildung in Metall und Elektronik, danach Schichtdienst mit Ausbildungspaten, Berufsschule in Offenbach | frühe Praxis am Flugzeug, deshalb Mindestalter 18 |
| Eurowings Technik mit Nayak (Düsseldorf) | Praxis im Tagesgeschäft der Wartung, Blockunterricht in der Berufsschule | Verkürzung der Ausbildung ausdrücklich möglich |
| Ryanair Engineering Germany (Berlin) | erstes Jahr in der Ausbildungsstätte eines Kooperationspartners in Brandenburg, ab dem zweiten Jahr am Flughafen BER, Start 1. September 2027 | neu gestartetes Programm, Abschluss ausdrücklich als lizenzfähiger Mechaniker der Kategorie A |
Quelle: Ausbildungsausschreibungen der genannten Betriebe auf flughafen-jobs.de sowie Ausbildungsseite von Lufthansa Technik, Stand September 2026.
Gemeinsam ist allen Wegen die Reihenfolge: Am Anfang stehen Metallbearbeitung, Werkstoffkunde, technische Kommunikation und Qualitätsmanagement, also die Grundlagen, die § 4 der Verordnung als gemeinsame berufsprofilgebende Inhalte vorgibt. Erst danach folgt die Fachrichtung mit ihren Schwerpunkten, und im letzten Abschnitt arbeiten die Auszubildenden weitgehend im normalen Betrieb mit, bei den Airlines bereits im Schichtsystem. Während der gesamten Zeit führen sie einen schriftlichen Ausbildungsnachweis, das frühere Berichtsheft, das zur Prüfung vorgelegt wird.
Eine Verkürzung ist möglich, wenn Vorbildung oder Leistungen es rechtfertigen. Eurowings Technik schreibt sie in die Anzeige, Lufthansa Technik stellt sie für ihre logistischen Berufe um ein halbes Jahr in Aussicht. Wer Abitur oder eine einschlägige Vorbildung mitbringt, sollte die Frage im Bewerbungsgespräch stellen.
Was hat die Ausbildung mit der europäischen Lizenz zu tun?
Der IHK-Abschluss ist in der Luftfahrt nur die halbe Qualifikation. Ob ein Mechaniker ein Flugzeug nach der Wartung freigeben darf, also mit seiner Unterschrift bestätigt, dass es wieder fliegen kann, entscheidet eine europäisch geregelte Lizenz, und seit 2024 ist die deutsche Ausbildung direkt auf sie zugeschnitten.
Die Lizenzkategorien nach Teil-66
Wer in Europa Instandhaltungsarbeiten an Verkehrsflugzeugen freigeben will, braucht eine Lizenz für freigabeberechtigtes Personal nach der Verordnung (EU) Nr. 1321/2014, Anhang III, in der Branche kurz Teil-66 oder Part-66 genannt. Die Kategorien bauen aufeinander auf:
- Kategorie A: einfache planmäßige Wartung und einfache Fehlerbehebung in der Line Maintenance. Das ist die Stufe, auf die die deutsche Ausbildung heute direkt zuführt.
- Kategorie B1: mechanische Systeme, Struktur und Triebwerke einschließlich einfacher Prüfungen, unterteilt nach Flugzeugen und Hubschraubern mit Turbinen- oder Kolbenantrieb.
- Kategorie B2: Avionik und elektrische Systeme, die Domäne der Fluggerätelektroniker.
- Kategorie C: Freigabe ganzer Base-Maintenance-Checks, also der großen Überholungen im Hangar.
Die Reform von 2024
Zum 1. August 2024 wurde die Ausbildungsordnung an die geänderten EU-Anforderungen angepasst. Seitdem enthält sie eine Anlage, die die Module des europäischen Teil-66 den deutschen Ausbildungsinhalten zuordnet. Das Bundesinstitut für Berufsbildung formulierte das Ziel der Reform so: Fluggerätmechaniker und Fluggerätelektroniker sollen keine gesonderten Prüfungen für den Erhalt einer Lizenz der Kategorie A mehr ablegen müssen. Ryanair Engineering Germany wirbt entsprechend mit dem Abschluss als lizenzierter Mechaniker der Kategorie A direkt nach der IHK-Prüfung.
Für die höheren Kategorien zählt danach die Praxis. Nach Punkt 66.A.30 des Anhangs verkürzt eine abgeschlossene Ausbildung als Facharbeiter in einem technischen Beruf die nötige Instandhaltungserfahrung deutlich: Für die Kategorie A genügen dann zwei statt drei Jahre, für B1 an Turbinenflugzeugen und für B2 drei statt fünf Jahre. Wer stattdessen einen Grundlehrgang nach Teil-147 absolviert hat, wie ihn zugelassene Ausbildungsorganisationen der Luftfahrt anbieten, kommt mit einem beziehungsweise zwei Jahren aus. Die Erfahrung muss innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Antrag erworben sein, und die Lizenz gilt jeweils fünf Jahre.
Wo bilden Flughäfen und Airlines Fluggerätmechaniker aus?
Die Ausbildung findet nicht bei den Flughafenbetreibern statt, sondern bei den Wartungsbetrieben der Airlines und bei Instandhaltungsunternehmen, die auf dem Flughafengelände arbeiten. In den Ausschreibungen auf flughafen-jobs.de fanden sich zum Stichtag 9. September 2026 Ausbildungsplätze zum Fluggerätmechaniker mit Start 2027 an fünf Standorten: Frankfurt, Hamburg, München, Berlin und Düsseldorf. Dahinter stehen sechs Ausbildungsbetriebe:
- Lufthansa Technik AG in Hamburg und Frankfurt, das größte Ausbildungsunternehmen der Branche mit rund 800 Auszubildenden in zehn Berufen, darunter alle drei Fachrichtungen des Fluggerätmechanikers, Fluggerätelektroniker sowie Zerspanungs-, Werkzeug- und Industriemechaniker für Fluggeräte.
- Deutsche Lufthansa AG mit Instandhaltungs- und Fertigungstechnik an den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie in Berlin.
- Lufthansa Technik AERO Alzey, die Triebwerkstochter, mit der Fachrichtung Triebwerkstechnik und einer 35-Stunden-Woche, 30 Urlaubstagen und 13 Gehältern laut Ausschreibung.
- Condor Technik GmbH in Frankfurt, die Technik-Tochter des Ferienfliegers mit Standorten auch in Düsseldorf, Hamburg und München.
- Eurowings Technik in Kooperation mit Nayak Aircraft Services in Düsseldorf.
- Ryanair Engineering Germany GmbH am Flughafen Berlin Brandenburg, seit 2018 die deutsche Wartungstochter der irischen Airline, mit einem 2027 startenden Ausbildungsprogramm.
Neben der klassischen Ausbildung gibt es einen zweiten Einstieg, der vor allem Quereinsteiger anspricht: Ryanair Engineering Germany bietet ein Trainee-Programm mit einem zwölfwöchigen Intensivtraining, danach arbeiten die Teilnehmer unter Aufsicht mit und werden nach zwei Jahren als Aircraft Mechanic eingesetzt, mit der Möglichkeit, die Module für die Lizenz der Kategorie A nachzuholen. Voraussetzung ist eine handwerkliche Berufsausbildung, Englisch und die Zuverlässigkeitsüberprüfung. Lufthansa Technik wiederum stellt Facharbeiter aus Metallberufen direkt für die Triebwerksreinigung und Rissprüfung ein und schult sie mehrere Monate bei vollem Gehalt.
Was verdient man in der Fluggerätmechaniker-Ausbildung?
Die Vergütung liegt in der Luftfahrttechnik deutlich über dem, was das Berufsbildungsgesetz als Untergrenze vorschreibt, und sie steigt gerade weiter: Im Tarifergebnis für das Lufthansa-Bodenpersonal vom März 2026 wurden die Ausbildungsvergütungen um insgesamt 100 € in zwei Schritten angehoben. Die Bandbreite zeigt der Vergleich der Quellen:
| Quelle | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr | 4. Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Lufthansa Technik (Ausschreibungen Start 2027, Hamburg und Frankfurt) | 1.421 € bis 1.586 € über die Ausbildungsjahre | |||
| Eurowings Technik (Ausschreibung Düsseldorf) | 1.067 € bis 1.321 € über die Ausbildungsjahre | |||
| Beispielhafte Vergütung im Beruf (je nach Bundesland) | 1.243 € bis 1.373 € | 1.298 € bis 1.408 € | 1.379 € bis 1.489 € | 1.461 € bis 1.563 € |
| Gesetzliche Mindestvergütung (Ausbildungsbeginn 2026) | 724 € | 854 € | 977 € | 1.014 € |
Quellen: Ausbildungsausschreibungen von Lufthansa Technik und Eurowings Technik auf flughafen-jobs.de (Stand September 2026); Bundesagentur für Arbeit, Berufsinformation Fluggerätmechaniker/in (Stand 3. August 2026); Bekanntmachung zur Fortschreibung der Mindestvergütung nach dem Berufsbildungsgesetz für 2026 (BGBl. 2025 I Nr. 235). Alle Beträge brutto im Monat.
Ausbildungsvergütung Fluggerätmechaniker: vom gesetzlichen Minimum bis Lufthansa Technik
Lufthansa Technik (Start 2027) 1.421–1.586 €
Beispielwerte im Beruf (1. bis 4. Jahr) 1.243–1.563 €
Eurowings Technik 1.067–1.321 €
Gesetzliche Mindestvergütung 2026 724–1.014 €
Angaben in € brutto im Monat
Zu den Grundbeträgen kommen bei den Lufthansa-Gesellschaften laut Ausschreibung Urlaubs- und Weihnachtsgeld, gestellte Arbeitskleidung, Zuschuss zum Nahverkehr und Flugvergünstigungen. Wie es nach der Prüfung finanziell weitergeht, mit Tarif, Lizenzstufen und den Gehältern, die die Arbeitgeber in ihren Anzeigen nennen, schlüsselt unser Ratgeber Fluggerätmechaniker Gehalt auf.
Wie sieht die Ausbildung in Österreich und der Schweiz aus?
Beide Nachbarländer bilden ihre Flugzeugmechaniker über das duale System aus, allerdings unter anderen Berufsbezeichnungen:
Österreich: Lehrberuf Luftfahrzeugtechnik
- Der Beruf heißt Luftfahrzeugtechnik und ist als Lehrberuf mit einer Lehrzeit von dreieinhalb Jahren eingerichtet, geregelt in der Luftfahrzeugtechnik-Ausbildungsordnung 2016, die seit dem 1. Juni 2016 gilt.
- Das Berufsprofil deckt Wartungsarbeiten an Luftfahrzeugen nach Herstellervorgaben, mechanische, hydraulische, pneumatische, elektrische und elektronische Komponenten sowie die Fehlersuche ab, also Mechanik und Elektronik in einem Beruf.
- Die Lehre endet mit der Lehrabschlussprüfung aus theoretischem und praktischem Teil. Das Lehrlingseinkommen richtet sich nach dem jeweiligen Kollektivvertrag des Ausbildungsbetriebs.
Schweiz: Polymechaniker EFZ mit Flugzeugmechaniker-Lizenz
- Einen eigenen Lehrberuf Flugzeugmechaniker gibt es nicht. Stattdessen bilden SWISS, SR Technics, Cessna und Rotortec am Flughafen Zürich Polymechaniker mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis aus und integrieren die Ausbildung zum Flugzeugmechaniker mit Lizenz der EASA-Kategorie A.
- Die Grundbildung dauert vier Jahre. Bei SWISS verbringen die Lernenden die ersten zwei Jahre in der Lehrwerkstatt und wechseln im dritten und vierten Jahr in die Flugzeugwartung.
- Seit dem Schuljahr 2023/24 besuchen diese Lernenden gemeinsam die Berufsschule Bülach. Die Betriebe planen mit 30 bis 35 neuen Lernenden pro Jahr, im Schuljahr 2023/24 waren es 37.
Welche Perspektiven eröffnet die Ausbildung?
Der klassische Weg führt über die Lizenzstufen: vom Mechaniker der Kategorie A zum freigabeberechtigten Techniker der Kategorie B1, in den Anzeigen Certifying Staff genannt, der Wartungsarbeiten eigenverantwortlich abzeichnet und Kollegen mit niedrigerer Qualifikation anleitet. TUIfly beschreibt in ihren Ausschreibungen den Karriereweg vom Fluggerätmechaniker CAT A über CAT B1 zum Duty Manager, Stationsleiter und Wartungsleiter. Lufthansa Technik stellt nach bestandener Prüfung die Übernahme in Aussicht und nennt als weitere Schritte die Facharbeiterlaufbahn, die Weiterbildung zum Techniker oder Meister und ein duales Studium.
Finanziell lohnt sich jede dieser Stufen. Lufthansa Technik schreibt Facharbeiterstellen in der Triebwerksinstandhaltung mit einem Jahresgehalt ab 47.500 € aus, lizenzierte Mechaniker und Elektroniker der Kategorien B1 und B2 für VIP-Flugzeuge ab 60.000 €. Auch der Tarifabschluss für das Lufthansa-Bodenpersonal vom März 2026 hebt die Grundgehälter um insgesamt 4,65 % in zwei Schritten an und bewertet die technischen Berufe zusätzlich auf. Die vollständige Übersicht mit allen Zahlen finden Sie im Ratgeber Fluggerätmechaniker Gehalt.
Aktuelle Ausbildungsplätze Fluggerätmechaniker
Die Ausbildungsbetriebe schreiben ihre Plätze meist ein Jahr im Voraus aus, die Anzeigen für den Start 2027 laufen seit dem Sommer 2026. Wir sammeln sie im Bereich Ausbildung und Duales Studium Jobs, die Stellen für fertige Mechaniker im Bereich Technik und Wartung Jobs. Alle Einstiegsstellen ohne Berufserfahrung zeigt die Übersicht Ausbildung am Flughafen:
Aktuelle Ausbildungsplätze Fluggerätmechaniker
Aktuell 28 offene Ausbildungsstellen in der Fluggerättechnik auf flughafen-jobs.de.
Fazit
Die Fluggerätmechaniker Ausbildung ist der direkteste Weg in die Flugzeugtechnik: dreieinhalb Jahre, drei Fachrichtungen, ein Realschulabschluss als üblicher Zugang und eine Vergütung, die bei Lufthansa Technik schon im ersten Jahr über 1.400 € liegt. Seit der Reform von 2024 führt der IHK-Abschluss ohne Zusatzprüfung zur europäischen Lizenz der Kategorie A, und die Berufserfahrung danach öffnet die Stufen B1 und B2. Wer sich für den Start 2027 interessiert, sollte sich jetzt bewerben, denn die Airlines und Lufthansa Technik besetzen ihre Plätze ein Jahr im Voraus. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
FAQ: Häufige Fragen zur Fluggerätmechaniker-Ausbildung
Wie lange dauert die Ausbildung zum Fluggerätmechaniker?
Dreieinhalb Jahre, so legt es die Ausbildungsordnung fest. Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung. Bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung kann die Ausbildungszeit verkürzt werden, Eurowings Technik weist in der Ausschreibung ausdrücklich darauf hin.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Fluggerätmechaniker-Ausbildung?
Rechtlich keinen bestimmten. In der Praxis stellen die Betriebe überwiegend Bewerber mit mittlerem Abschluss oder Hochschulreife ein, viele Ausschreibungen lassen aber auch den Hauptschulabschluss zu, etwa Lufthansa, Ryanair Engineering Germany und Lufthansa Technik AERO Alzey. Wichtiger als der Abschluss sind gute Noten in Mathematik, Physik und Englisch.
Was ist der Unterschied zwischen Fluggerätmechaniker und Fluggerätelektroniker?
Beides sind eigenständige Ausbildungsberufe mit je dreieinhalb Jahren Dauer. Der Fluggerätmechaniker ist für Struktur, mechanische Systeme, Hydraulik und Triebwerke zuständig und führt in der Lizenzwelt zur Kategorie B1. Der Fluggerätelektroniker kümmert sich um Avionik, Bordelektrik und elektronische Systeme und arbeitet auf die Kategorie B2 hin. Mit 921 neuen Verträgen im Jahr 2025 ist der Mechaniker der deutlich größere Beruf, beim Elektroniker waren es 174.
Bekommt man mit der Ausbildung automatisch die EASA-Lizenz?
Die Ausbildungsordnung ist seit dem 1. August 2024 auf die Vorgaben des europäischen Teil-66 abgestimmt, damit Absolventen die Lizenz der Kategorie A ohne gesonderte Prüfungen erhalten können. Die Lizenz selbst wird beim Luftfahrt-Bundesamt beantragt. Für die höheren Kategorien B1 und B2 ist zusätzlich praktische Instandhaltungserfahrung nötig, als Facharbeiter drei Jahre an Turbinenflugzeugen.
Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Fluggerätmechaniker?
Lufthansa Technik nennt für den Ausbildungsstart 2027 zwischen 1.421 € und 1.586 € brutto im Monat, Eurowings Technik zwischen 1.067 € und 1.321 €. Die beispielhaften Vergütungen im Beruf reichen von 1.243 € im ersten bis 1.563 € im vierten Ausbildungsjahr. Die gesetzliche Mindestvergütung von 724 € im ersten Jahr wird in der Luftfahrttechnik deutlich überschritten.






