Pilot Gehalt: Was Piloten bei Lufthansa, Ryanair und Co. verdienen

Pilot Gehalt: Kapitän und Copilot im Cockpit eines Verkehrsflugzeugs im Anflug

Piloten gehören zu den bestbezahlten Berufsgruppen in Deutschland. Das mittlere Gehalt liegt bei rund 10.700 € brutto im Monat. Die Spanne ist allerdings groß: Ein Copilot steigt je nach Airline mit 1.500 € bis 6.500 € ein. Dieser Artikel erklärt, wovon das Pilotengehalt abhängt, vergleicht die Zahlen von Lufthansa, City Airlines, Discover, Condor, Ryanair, SWISS und Austrian und zeigt, wie stark die Ausbildungskosten das Einkommen der ersten Jahre mindern.

Veröffentlicht: 09.10.202614 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Spanne: Erste Offiziere steigen je nach Airline mit 1.500 € bis 6.500 € brutto im Monat ein. Kapitäne beginnen mit 3.000 € bis 12.000 €. Diese Werte nennt die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit.
  • Mittelwert: Über alle Berufsjahre und Airlines liegt das mittlere Pilotengehalt bei rund 10.700 € brutto im Monat. Piloten gehören damit zu den bestbezahlten Berufsgruppen in Deutschland.
  • Drei Faktoren entscheiden über das Gehalt: der Rang im Cockpit, die Zahl der Dienstjahre bei derselben Airline und der Tarifvertrag der Fluggesellschaft.
  • Lufthansa: Die Airline bezifferte den Einstieg 2023 mit 69.000 € im Jahr und das Gehalt eines Kapitäns der höchsten Stufe mit bis zu 275.000 €. Seither sind die Tabellen dreimal gestiegen.
  • Ausbildungskosten: Die Ausbildung kostet zwischen 60.000 € und 130.000 € und wird nicht vergütet. Die Rückzahlung schmälert das Einkommen der ersten Berufsjahre spürbar.

Wie hoch ist das Gehalt von Piloten?

Das Pilotengehalt hat eine der größten Spannen aller Berufe am Flughafen. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit beziffert das Einstiegsgehalt eines Ersten Offiziers auf 1.500 € bis 6.500 € brutto im Monat. Ein Kapitän beginnt je nach Fluggesellschaft mit 3.000 € bis 12.000 €. Zwischen dem Copiloten einer kleinen Regionalairline und dem Langstreckenkapitän eines großen Konzerns liegt also fast das Zehnfache.

Im Durchschnitt verdienen Verkehrspiloten sehr gut. Das Statistische Bundesamt ermittelte für vollzeitbeschäftigte Piloten im April 2022 einen Bruttoverdienst von 8.739 € im Monat, mehr als das Doppelte des damaligen Durchschnitts aller Vollzeitbeschäftigten von 4.105 €. Eine jüngere Auswertung des Gehaltsportals gehalt.de kommt auf einen mittleren Wert von 10.702 € im Monat.

KennzahlBrutto im MonatBrutto im Jahr
Unteres Viertel verdient weniger als9.163 €113.626 €
Mittleres Gehalt (Median)10.702 €132.709 €
Oberes Viertel verdient mehr als12.500 €154.996 €

Quelle: gehalt.de, Berufsseite Pilot, Gehaltsportal-Auswertung bei 40 Wochenstunden, Abruf Oktober 2026.

Pilotengehalt: vom Einstieg bis zum oberen Viertel

Erster Offizier beim Einstieg 1.500–6.500 €

Kapitän beim Einstieg 3.000–12.000 €

Mittlere Hälfte aller Piloten 9.163–12.500 €

Durchschnitt 2022 (Statistisches Bundesamt) 8.739–8.739 €

1.5002.5003.5004.5005.5006.5007.5008.5009.50010.50011.50012.500

Angaben in € brutto im Monat

Die Zahlen der Gewerkschaft und des Gehaltsportals widersprechen sich nicht. Die Gewerkschaft beschreibt die Einstiegsgehälter aller Airlines, auch der kleinen. Das Gehaltsportal bildet die Piloten ab, die bereits im Beruf stehen, und unter ihnen sind viele langjährige Kapitäne großer Gesellschaften. In Deutschland führte das Luftfahrt-Bundesamt Ende 2025 insgesamt 13.955 Verkehrspilotenlizenzen für Flugzeuge.

Wovon hängt das Gehalt eines Piloten ab?

Pilotengehälter folgen festen Regeln. Individuell verhandelt wird bei den großen Airlines kaum, stattdessen legt ein Tarifvertrag für jede Position und jedes Dienstjahr einen Betrag fest. Drei Faktoren bestimmen, wo ein Pilot in dieser Tabelle steht:

  • Der Rang: Im Cockpit sitzen zwei Piloten. Der Erste Offizier, auch Copilot oder First Officer genannt, fliegt gleichberechtigt mit, die Verantwortung für Flugzeug und Besatzung trägt aber der Kapitän. Die Beförderung zum Kapitän bringt den größten Gehaltssprung der Laufbahn. Bis dahin vergehen etwa 3 bis 20 Jahre, abhängig vom Wachstum der Airline.
  • Die Dienstjahre: Mit jedem Jahr bei derselben Airline steigt ein Pilot eine Stufe in der Gehaltstabelle. Die Branche nennt das Seniorität. Sie entscheidet auch darüber, wer zuerst Kapitän wird und wer auf die Langstrecke wechseln darf.
  • Die Airline: Jede Fluggesellschaft hat ihren eigenen Tarifvertrag oder ihr eigenes Vergütungsmodell. Große Netzwerk-Airlines zahlen deutlich mehr als Regional- und Ferienflieger.

Wie stark die Größe des Arbeitgebers wirkt, zeigt die Auswertung des Gehaltsportals:

UnternehmensgrößeDurchschnitt brutto im Monat
Unter 100 Mitarbeiter8.970 €
101 bis 1.000 Mitarbeiter10.824 €
1.001 bis 20.000 Mitarbeiter12.268 €
Über 20.000 Mitarbeiter12.658 €

Quelle: gehalt.de, Berufsseite Pilot, Abruf Oktober 2026.

Eine Besonderheit folgt aus dem Senioritätsprinzip: Ein Wechsel der Airline lohnt sich finanziell selten. Wer den Arbeitgeber wechselt, beginnt dort in aller Regel wieder auf einer der unteren Stufen, auch mit tausenden Flugstunden Erfahrung. Die Vereinigung Cockpit formuliert es so, dass ein Arbeitsplatzwechsel die Situation für Piloten meistens verschlechtert. Die Wahl der ersten Airline ist deshalb eine Entscheidung für viele Jahre.

Was zahlen die Airlines im Vergleich?

Vollständige Gehaltstabellen veröffentlicht keine Fluggesellschaft im deutschsprachigen Raum. Aus Unternehmensangaben, Tarifmeldungen und Stellenanzeigen lässt sich trotzdem ein Bild zusammensetzen:

AirlineVergütungssystemEckwerte
LufthansaTarifvertrag mit der Vereinigung CockpitEinstieg 69.000 €, Kapitän bis 275.000 € im Jahr (Stand 2023, seither erhöht)
Lufthansa City AirlinesKonzerntochter, Tarifvertrag mit ver.di seit 2026First Officer 5.555 € bis 8.979 €, Kapitän 9.444 € bis 15.971 € im Monat (Stand 2024, seither erhöht)
Discover AirlinesTarifvertrag mit ver.di bis Ende 2027plus 5 % jährlich, insgesamt mindestens 15,7 %, 13. Gehalt
EurowingsTarifvertrag mit der Vereinigung Cockpit, 42 Monate Laufzeit ab 2024bis zu 100.000 € im Jahr unter Lufthansa-Niveau (Stand 2023)
CondorTarifvertrag mit der Vereinigung Cockpitplus 7 %, 5 % und 5 % in den Jahren 2024 bis 2026
Ryanairlokale Verträge, fester DienstplanKapitäne bis 165.000 € im ersten Jahr
SWISS (CH)Gesamtarbeitsvertrag bis Ende 2026Langstreckenkapitän über 16.000 CHF im Monat
Austrian (AT)Kollektivvertrag Bordpersonalgut 20 % mehr in drei Stufen bis Jänner 2026
Zeppelin-ReedereiEinzelvertrag, Saisonbetrieb67.500 € bis 70.000 € im Jahr nach der Ausbildung

Quellen: Lufthansa-Unternehmensangaben im Handelsblatt vom 21.07.2023, Cockpit-FAQ der Lufthansa City Airlines (Stand April 2024), ver.di-Mitteilungen vom 09.08.2024 (Discover) und 23.04.2026 (City Airlines), Mitteilungen der Lufthansa und der Vereinigung Cockpit (2022 bis 2026), Ryanair-Karriereseite (Abruf 10/2026), 20 Minuten 10/2022 zum SWISS-Gesamtarbeitsvertrag, vida-Aussendung vom 25.04.2024, Stellenanzeige der Deutschen Zeppelin-Reederei (Auswertung flughafen-jobs.de, Stand 05.10.2026).

Die Tabelle hat Lücken, und das hat einen Grund. Tarifverträge für Piloten sind nicht öffentlich, und Stellenanzeigen nennen fast nie einen Betrag. In unserer Auswertung vom 5. Oktober 2026 enthielt nur eine von elf Cockpit-Ausschreibungen eine Gehaltsangabe. Für TUI fly, easyJet, Edelweiss und Helvetic liegen uns keine Beträge vor, die von der Airline oder einer Gewerkschaft stammen. Zahlen aus Foren und Gehaltsrechnern nennen wir deshalb nicht. Die wichtigsten Arbeitgeber im Einzelnen:

Lufthansa: die höchsten Pilotengehälter in Deutschland

Was verdient ein Pilot bei der Lufthansa? Im Juli 2023 nannte das Unternehmen zwei Eckwerte: Ein Erster Offizier steigt mit 69.000 € im Jahr ein, ein Kapitän in der höchsten Senioritätsstufe kann bis zu 275.000 € erreichen. Dazu kommt in profitablen Jahren eine Gewinnbeteiligung. 2019 kam ein Kapitän der obersten Stufe so auf 287.000 €.

Seit diesen Angaben sind die Gehaltstabellen gestiegen. Im August 2023 nahmen die Mitglieder der Vereinigung Cockpit einen Tarifabschluss für die rund 5.200 Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo an. Er brachte drei Erhöhungen:

  • 7 % zum 1. Dezember 2023
  • 5 % zum 1. Januar 2025
  • 5 % zum 1. Januar 2026

Zusammen ergibt das nach Angaben der Lufthansa ein Plus von mehr als 18 %. Bereits 2022 war die monatliche Grundvergütung in zwei Schritten um je 490 € gestiegen. Davon profitierten vor allem Berufsanfänger: Ein Copilot im ersten Jahr erhielt rund 20 % mehr Grundvergütung, ein Kapitän der Endstufe 5,5 %. Welche Beträge heute in der Tabelle stehen, hat die Lufthansa nicht veröffentlicht. Wir verzichten auf eine eigene Hochrechnung, weil nicht bekannt ist, wie sich die Erhöhungen auf die einzelnen Stufen verteilen.

Der Vergütungstarifvertrag läuft bis mindestens zum 31. Dezember 2026. Seit August 2026 befinden sich Lufthansa und Vereinigung Cockpit in einem Schlichtungsverfahren zu mehreren offenen Tarifthemen, darunter die betriebliche Altersversorgung. Ein Ergebnis lag bei Redaktionsschluss im Oktober 2026 noch nicht vor. Die genannten Werte gelten für die Kernmarke, also die Lufthansa Airline selbst, und für Lufthansa Cargo. Stationiert sind Lufthansa-Piloten in Frankfurt und München.

Lufthansa City Airlines: die einzige Airline mit veröffentlichter Tabelle

Die 2024 gegründete Konzerntochter für Zubringerflüge ab München und Frankfurt ist die einzige Fluggesellschaft im deutschsprachigen Raum, die ihre Cockpit-Vergütung in einer Spanne beziffert. In ihren Bewerber-Informationen von April 2024 nennt sie für First Officer ein Bruttogehalt einschließlich steuerfreier Flugzulage von 5.555 € bis 8.979 € im Monat, für Kapitäne 9.444 € bis 15.971 €, jeweils bei Vollzeit auf Basis von 65 Blockstunden im Monat. Blockstunden sind die Zeit vom Abrollen am Gate bis zum Stillstand nach der Landung. Mehrflugstunden werden ab der 66. Stunde bezahlt, dazu kommt eine erfolgsabhängige Bonuszahlung von bis zu zwei Monatsgehältern und eine betriebliche Altersvorsorge von voraussichtlich rund 5 % des Bruttogehalts.

Lufthansa City Airlines: Spanne der Gehaltstabelle (Stand April 2024)

First Officer 5.555–8.979 €

Kapitän 9.444–15.971 €

5.5006.5007.5008.5009.50010.50011.50012.50013.50014.50015.50016.000

Angaben in € brutto im Monat, einschließlich Flugzulage

Interessant ist die Einstufung: Wer mehr als 1.000 Flugstunden oder mindestens 500 Stunden auf Airbus-Mustern mitbringt, kann als First Officer bis Stufe 7 und als Kapitän bis Stufe 4 der Tabelle einsteigen. Im April 2026 schloss die Airline mit ver.di ihren ersten Tarifvertrag. Nach Angaben der Gewerkschaft steigen die Gehälter für Cockpit und Kabine damit in mehreren Stufen um insgesamt 20 % bis 35 %, dazu kommt ab 2027 eine Sonderzahlung in Höhe eines halben Monatsgehalts. Die Werte der Tabelle oben liegen deshalb inzwischen höher.

Discover Airlines und Eurowings: die Töchter zahlen weniger

Die Lufthansa Group betreibt neben der Kernmarke mehrere Airlines mit eigenen, niedrigeren Tarifen. Beim Ferienflieger Discover Airlines gilt seit August 2024 ein Tarifvertrag mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für rund 500 Cockpitbeschäftigte, nicht mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Er sichert die Anfang 2024 erhöhten Gehälter ab und hebt sie jährlich um 5 % an, insgesamt um mindestens 15,7 %. Hinzu kommen Stufensteigerungen und eine jährliche Sonderzahlung in Höhe eines 13. Gehalts. Die Verträge laufen bis Ende 2027. Absolute Beträge nennt die Gewerkschaft nicht.

Bei Eurowings lag das Pilotengehalt 2023 nach einem Bericht des Handelsblatts um bis zu 100.000 € im Jahr unter dem der Lufthansa-Kernmarke. Im April 2024 einigten sich die Airline und die Vereinigung Cockpit auf einen neuen Vertrag, der nach Angaben des Lufthansa-Vorstandsvorsitzenden 42 Monate Tariffrieden bringt. Die vereinbarten Beträge haben beide Seiten nicht veröffentlicht. Offen ist dagegen die betriebliche Altersversorgung: Dazu stimmten die Eurowings-Piloten im März 2026 in einer Urabstimmung, also einer Mitgliederabstimmung der Gewerkschaft, für Arbeitskampfmaßnahmen.

Condor: drei Erhöhungen und eine längere Gehaltstabelle

Beim Ferienflieger Condor einigte sich die Vereinigung Cockpit im Juni 2023 auf einen Tarifvertrag mit drei Stufen: 7 % mehr zum Januar 2024 und jeweils 5 % zum Januar 2025 und 2026. Hinzu kamen Einmalzahlungen von insgesamt 3.000 € je Pilot. Für erfahrene Piloten wichtiger war eine zweite Regelung: Die Vergütungstabelle wurde um sechs Stufen nach oben verlängert. Langjährige Condor-Piloten steigen damit länger weiter auf als zuvor. Der Vertrag lief bis Ende September 2026. Condor fliegt vor allem ab Frankfurt.

Ryanair: hohe Kapitänsgehälter, fester Dienstplan

Ryanair wirbt offen mit Zahlen. Kapitäne können nach Angaben der Airline im ersten Jahr bis zu 165.000 € verdienen. Der Wert gilt europaweit und ist eine Obergrenze, die tatsächliche Vergütung hängt vom Land und von der Basis ab. Gearbeitet wird nach lokalen Verträgen mit Besteuerung im jeweiligen Land. Für Copiloten nennt die Airline keinen Betrag. Zwei Dinge unterscheiden Ryanair von den Tarif-Airlines. Der Dienstplan folgt einem festen Rhythmus aus fünf Arbeitstagen und vier freien Tagen, ohne geplante Übernachtungen. Und der Aufstieg geht schnell: Vom Berufsanfänger zum Kapitän vergehen nach Angaben der Airline im besten Fall vier bis fünf Jahre. In Deutschland unterhält Ryanair neun Basen, darunter Berlin.

TUI fly und kleinere Gesellschaften

Bei TUI fly vereinbarte die Vereinigung Cockpit im März 2025 eine Erhöhung, die sie als deutlich bezeichnet, ohne Beträge zu nennen. Kleinere Gesellschaften und die Geschäftsfliegerei zahlen in aller Regel nach Einzelvertrag. Einen seltenen Einblick gibt die Deutsche Zeppelin-Reederei in Friedrichshafen. Sie beziffert das Jahresgehalt ihrer Luftschiff-Piloten in der Stellenanzeige: 50.000 € bis 53.320 € während der Ausbildung auf dem Zeppelin und 67.500 € bis 70.000 € danach.

Was verdienen Piloten in der Schweiz und in Österreich?

Auch die beiden großen Airlines der Nachbarländer gehören zum Lufthansa-Konzern, bezahlen aber nach eigenen Verträgen:

Schweiz: SWISS

  • Berufseinsteiger verdienten vor dem Gesamtarbeitsvertrag 2023 im ersten Jahr 6.378 CHF im Monat. Der Vertrag erhöhte die Löhne um 4,3 %. Einen 13. Monatslohn gibt es nicht.
  • Ein Erster Offizier auf Kurz- und Mittelstrecke kommt ab dem sechsten Dienstjahr auf rund 8.215 CHF im Monat.
  • Ab dem 19. Dienstjahr erreicht ein Kapitän auf der Kurz- und Mittelstrecke 13.566 CHF, ein Kapitän auf der Langstrecke über 16.000 CHF im Monat.
  • Der Gesamtarbeitsvertrag gilt bis Ende 2026. Über die Nachfolge verhandeln SWISS und der Pilotenverband Aeropers seit April 2026.

Österreich: Austrian Airlines

  • Für die rund 1.000 Piloten der Austrian Airlines gilt ein Kollektivvertrag, den die Gewerkschaft vida im April 2024 neu ausgehandelt hat.
  • Die Gehälter stiegen in drei Schritten um insgesamt gut 20 %: im April 2024, im Jänner 2025 und im Jänner 2026.
  • Copiloten erhielten im Schnitt weitere 11 %, weil ihre Gehälter im Konzernvergleich besonders niedrig lagen.
  • Eine aktuelle Gehaltstabelle hat die Airline nicht veröffentlicht.

Beim Vergleich mit deutschen Gehältern gilt für die Schweiz: Löhne und Lebenshaltungskosten sind dort deutlich höher. Junge SWISS-Piloten zahlen außerdem über Jahre einen Teil ihrer Ausbildung zurück, was das verfügbare Einkommen mindert.

Aus welchen Bausteinen besteht das Pilotengehalt?

Das Grundgehalt aus der Tabelle ist der größte, aber nicht der einzige Teil der Vergütung. Je nach Airline kommen bis zu fünf weitere Bausteine hinzu:

  • Flug- und Schichtzulagen: Sie gleichen Nachtflüge, Sonn- und Feiertagsdienste aus. Lufthansa City Airlines führt die Schichtzulage in ihren Stellenanzeigen ausdrücklich auf.
  • Mehrflugstunden: Wer mehr fliegt als vertraglich vereinbart, erhält bei vielen Airlines eine Vergütung je zusätzlicher Stunde.
  • Spesen: Für Tage unterwegs zahlen die Airlines Abwesenheitsgelder, die in aller Regel steuerlich begünstigt sind.
  • Erfolgsbeteiligung: Bei der Lufthansa hängt ein Teil der Vergütung am wirtschaftlichen Ergebnis des Unternehmens.
  • Betriebliche Altersversorgung: Sie ist bei Piloten ein großer Posten und zugleich umstritten. Die Vereinigung Cockpit geht davon aus, dass die meisten Lufthansa-Piloten mit einer Betriebsrente zwischen 2.000 € und 5.000 € im Monat in den Ruhestand gehen. Um ihre künftige Höhe wurde 2026 gestreikt.

Hinzu kommen Leistungen, die in keiner Gehaltstabelle stehen. Dazu zählen stark vergünstigte Flüge für Mitarbeiter und Angehörige und eine feste Zahl freier Tage. Der Lufthansa-Tarifvertrag sichert den Piloten zehn freie Tage im Monat zu.

Wie wirken sich die Ausbildungskosten auf das Gehalt aus?

Kein anderer Flughafenberuf verlangt eine so hohe Vorleistung. Die Ausbildung zum Verkehrspiloten wird nicht vergütet, sondern kostet Geld, und zwar je nach Flugschule mindestens 60.000 € bis 120.000 €. Bei manchen Airlines kommen bis zu 30.000 € für die Musterberechtigung hinzu, also die Zulassung für einen bestimmten Flugzeugtyp. Die European Flight Academy der Lufthansa Group berechnet für ihr Schulungspaket 130.000 €, in der Schweiz 150.000 CHF.

Die meisten Flugschüler finanzieren diese Summe über ein Darlehen oder einen Bildungsfonds. Das Modell der European Flight Academy funktioniert so: Der Schüler bringt 10.000 € selbst auf, ein Bildungsfonds trägt die übrigen 120.000 €. Nach der Ausbildung zahlt der Pilot elf Jahre lang einen festen Anteil seines Bruttoeinkommens zurück, bei voller Förderung 12 %. Die Zahlung setzt nur in Jahren ein, in denen das Einkommen über 30.000 € liegt. Bei einem Einstiegsgehalt von 69.000 € wären das beispielsweise 8.280 € im Jahr. SWISS bietet ein Darlehen an, das Piloten mit 1.000 CHF im Monat über 90 Monate tilgen.

Für die Bewertung eines Einstiegsgehalts ist diese Rechnung entscheidend. Zwei Copiloten mit demselben Bruttogehalt haben sehr unterschiedlich viel zur Verfügung, je nachdem, ob die Airline die Ausbildung mitfinanziert hat. Auch bei erfahrenen Piloten lohnt der Blick ins Kleingedruckte: Die Schweizer Helvetic Airways übernimmt für neu eingestellte Kapitäne die Kosten der Musterberechtigung, andere Gesellschaften verlangen sie vom Bewerber.

Wie schneidet das Pilotengehalt im Flughafen-Vergleich ab?

Im Vergleich der Flughafenberufe stehen Piloten an der Spitze, aber nicht allein. Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung starten nach der Ausbildung mit bis zu 120.000 € im Jahr und damit höher als ein Erster Offizier der Lufthansa. Ihre Ausbildung ist zudem bezahlt. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Fluglotse Gehalt. Erst mit den Dienstjahren und der Beförderung zum Kapitän ziehen Piloten vorbei.

Der Abstand zu den übrigen Berufen an Bord und am Boden ist groß. Flugbegleiter der Lufthansa beginnen mit einem Grundgehalt von 2.375,21 € im Monat, wie unser Ratgeber Flugbegleiter Gehalt zeigt. Fluggerätmechaniker erreichen im Mittel rund 4.430 €, nachzulesen im Ratgeber Fluggerätmechaniker Gehalt. Beide Berufe verlangen allerdings keine sechsstellige Investition in die Ausbildung.

Aktuelle Stellen für Piloten

Ausgeschrieben werden vor allem Stellen für Piloten mit Lizenz und Flugerfahrung. Für einen Platz als Erster Offizier in der Geschäftsfliegerei verlangen die Arbeitgeber in unserem Bestand beispielsweise 1.000 bis 1.500 Flugstunden, für den direkten Einstieg als Kapitän 3.500 Stunden. Alle offenen Positionen im Cockpit und im Flugbetrieb finden Sie im Bereich Pilot Jobs:

Aktuelle Pilot Jobs

Aktuell 17 offene Cockpit-Stellen auf flughafen-jobs.de.

Fazit

Das Pilot Gehalt reicht von 1.500 € im Monat für den Copiloten einer kleinen Airline bis zu 275.000 € im Jahr für den Kapitän der obersten Stufe bei der Lufthansa. Im Mittel liegt es bei rund 10.700 € brutto. Wie viel ein Pilot verdient, entscheiden der Rang, die Dienstjahre und der Tarifvertrag der Airline. Ein Arbeitgeberwechsel bedeutet meist einen Neustart in der Gehaltstabelle. Wer den Beruf finanziell bewertet, sollte die Ausbildungskosten von bis zu 130.000 € von Anfang an mitrechnen. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

FAQ: Häufige Fragen zum Pilot Gehalt

Was verdient ein Pilot bei der Lufthansa?

Die Lufthansa nannte im Juli 2023 ein Einstiegsgehalt von 69.000 € im Jahr für Erste Offiziere und bis zu 275.000 € für Kapitäne der höchsten Senioritätsstufe. Seither sind die Tabellen um 7 %, 5 % und nochmals 5 % gestiegen. Die aktuellen Tabellenwerte hat das Unternehmen nicht veröffentlicht.

Wie viel verdient ein Pilot netto?

Das lässt sich nicht allgemein beziffern. Der Nettobetrag hängt von Steuerklasse, Kinderfreibeträgen, Kirchensteuer und der Art der Krankenversicherung ab. Bei Piloten kommen zwei Besonderheiten hinzu: Spesen sind in aller Regel steuerlich begünstigt, und die Rückzahlung der Ausbildungskosten mindert das verfügbare Einkommen in den ersten Berufsjahren. Wir nennen deshalb nur Bruttowerte.

Was verdient ein Copilot?

Ein Copilot, offiziell Erster Offizier, erhält beim Einstieg zwischen 1.500 € und 6.500 € brutto im Monat. Diese Spanne nennt die Vereinigung Cockpit für alle Airlines. Bei der Lufthansa lag der Einstieg 2023 bei 69.000 € im Jahr, bei Lufthansa City Airlines beginnt die Tabelle von 2024 bei 5.555 € im Monat einschließlich Flugzulage. Mit den Dienstjahren steigt das Gehalt Stufe für Stufe. Bei SWISS erreicht ein Erster Offizier auf der Langstrecke ab dem 19. Dienstjahr 13.518 CHF im Monat.

Was verdient ein Pilot bei Ryanair?

Ryanair gibt an, dass Kapitäne im ersten Jahr bis zu 165.000 € verdienen können. Der Wert ist eine europaweite Obergrenze. Die Verträge werden im jeweiligen Land geschlossen und dort versteuert. Für Erste Offiziere veröffentlicht die Airline keinen Betrag.

Wie lange dauert es, bis man Kapitän wird?

Nach Angaben der Vereinigung Cockpit vergehen etwa 3 bis 20 Jahre als Erster Offizier. Die Dauer hängt davon ab, wie schnell eine Airline wächst und wie viele Kapitäne in den Ruhestand gehen. Bei stark wachsenden Gesellschaften wie Ryanair sind vier bis fünf Jahre möglich, bei etablierten Netzwerk-Airlines dauert es deutlich länger.

Bekommt man in der Pilotenausbildung ein Gehalt?

Nein. Die Ausbildung zum Verkehrspiloten wird nicht vergütet, die Flugschüler tragen die Kosten selbst. Je nach Flugschule sind das mindestens 60.000 € bis 120.000 €, an der European Flight Academy der Lufthansa Group 130.000 €. Finanziert wird meist über ein Darlehen oder einen Bildungsfonds, der nach dem Berufseinstieg aus dem Gehalt zurückgezahlt wird.