Werkfeuerwehrmann Ausbildung am Flughafen: Voraussetzungen, Ablauf und Vergütung

Die Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann dauert drei Jahre und teilt sich in 18 Monate Handwerk und 18 Monate Feuerwehr, inklusive Rettungssanitäter und Führerschein für Löschfahrzeuge. Flughäfen wie Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf und Hamburg bilden ab einem Alter von 16,5 Jahren aus und zahlen nach öffentlichem Tarif 1.368,26 € im ersten Jahr. Dieser Artikel erklärt Voraussetzungen, Sporttest, Ablauf, Vergütung und die Besonderheiten der Flughafenfeuerwehr.

Veröffentlicht: 16.09.202613 min Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Anerkannter Ausbildungsberuf: Die Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann dauert drei Jahre und endet mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Flughäfen gehören zu den wichtigsten Ausbildungsbetrieben.
  • Zwei Hälften: In den ersten 18 Monaten lernen die Auszubildenden Metall, Elektro, Holz und Sanitärtechnik. Die zweite Hälfte gehört der Feuerwehr: Brandbekämpfung, Atemschutz, technische Hilfe, Rettungssanitäter und Führerschein für Löschfahrzeuge.
  • Zugang: Je nach Flughafen reicht der Hauptschulabschluss oder es wird die mittlere Reife verlangt. Das Mindestalter liegt zwischen 16,5 und 17,5 Jahren. Vor dem Vertrag stehen Sporttest, ärztliche Untersuchung und ein Schwimmnachweis.
  • Vergütung: Die kommunalen Flughäfen zahlen nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes 1.368,26 € im ersten und 1.464,02 € im dritten Jahr. Hinzu kommen Jahressonderzahlung und 400 € Abschlussprämie.
  • Der Unterschied zur Stadtfeuerwehr: Flughafenfeuerwehren müssen jeden Punkt der Start- und Landebahnen innerhalb von drei Minuten nach Alarmierung erreichen und rücken mit Großflughafenlöschfahrzeugen aus, die über 12.000 Liter Wasser tragen.

Was ist ein Werkfeuerwehrmann und was ist am Flughafen anders?

Werkfeuerwehrleute sind hauptberufliche Feuerwehrleute eines Unternehmens, nicht einer Stadt. Sie sorgen in Betrieben mit erhöhtem Gefahrenpotenzial für vorbeugenden Brandschutz, Brandbekämpfung, technische Hilfe und medizinische Notfallversorgung, in der Chemie- und Metallindustrie, in Kraftwerken und auf Flughäfen. Seit 2015 ist der Werkfeuerwehrmann ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz, geregelt in der Verordnung über die Berufsausbildung zum Werkfeuerwehrmann und zur Werkfeuerwehrfrau. Vorher führte der Weg in die Werkfeuerwehr fast immer über einen Handwerksberuf plus interne Feuerwehrausbildung. Im Jahr 2025 wurden bundesweit 222 neue Ausbildungsverträge in diesem Beruf geschlossen, ein kleiner, aber stabiler Beruf.

Die Flughafenfeuerwehr ist die größte und sichtbarste Form dieser Werkfeuerwehr. Sie unterliegt neben dem Landesrecht den Vorgaben der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation und der europäischen Flugsicherheitsagentur, die den Rettungs- und Feuerlöschdienst an Verkehrsflughäfen nach der Größe der abgefertigten Flugzeuge in Kategorien einteilen. Was das im Alltag bedeutet, zeigt der größte deutsche Standort:

KennzahlFlughafenfeuerwehr Frankfurt
SchutzkategorieFlugzeugbrandschutz bis Kategorie 10, der höchsten Stufe
Eingreifzeit FlugbetriebsflächenBeginn der Löschmaßnahmen innerhalb von 3 Minuten nach Alarmierung, für die Feuerwache 3 nach neueren Vorschriften 2 Minuten
Hilfsfristen nach hessischem Brandschutzrecht10 Minuten Gebäudebrandschutz, 8 Minuten für die SkyLine-Bahn zwischen den Terminals, 5 Minuten Industriebauten
Personalrund 340 Beschäftigte, 66 ständig besetzte Funktionen je Schicht, drei Feuerwachen, 24-Stunden-Dienst
Fahrzeuge90 Fahrzeuge und 70 Abrollbehälter (Wechselcontainer mit Spezialausrüstung). Ein Großflughafenlöschfahrzeug führt 12.500 Liter Wasser, 800 Liter Schaummittel und 500 Kilogramm Löschpulver mit
Einsätzeim Jahresdurchschnitt über 3.000, die Mehrzahl davon ausgelöste Brandmeldeanlagen

Quelle: Fraport AG, Pressemappe Flughafenfeuerwehr Frankfurt am Main (Stand 20. März 2025) und Faktenblatt Flughafenfeuerwehr.

Die Drei-Minuten-Vorgabe gilt nicht nur in Frankfurt. Der Flughafen Memmingen schreibt seinen Feuerwehrleuten in die Ausschreibung, im Ernstfall in 180 Sekunden zur Stelle zu sein, und der Flughafen Linz beschreibt für Österreich dieselbe Frist mit der Hälfte der vorgeschriebenen Löschmittelmenge. Daraus folgt der Rhythmus des Berufs: Wachen direkt an den Bahnen, 24-Stunden-Schichten, ständige Übung und zwischen den Einsätzen Wartung der Fahrzeuge, vorbeugender Brandschutz und an kleineren Flughäfen oft zusätzlich Aufgaben in der Abfertigung. Berlin Brandenburg beschäftigt fast 300 Feuerwehrleute in drei Wachabteilungen, Düsseldorf über 200 auf zwei Wachen.

Welche Voraussetzungen gelten für die Werkfeuerwehrmann-Ausbildung?

Die Ausbildungsordnung schreibt keinen Schulabschluss vor, und auch das Alter regelt sie nicht. Die Anforderungen setzen die Flughäfen selbst, und wir haben die Ausschreibungen für die Ausbildungsjahrgänge 2026 und 2027 in Frankfurt, München, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und Hannover ausgewertet. Sechs Kriterien prägen die Ausschreibungen:

Schulabschluss

Die Spanne ist breit. Fraport in Frankfurt und Hamburg Airport nehmen Bewerber mit Hauptschulabschluss beziehungsweise Erstem Schulabschluss. München, Berlin und Stuttgart verlangen die mittlere Reife, Stuttgart ausdrücklich einen guten Realschulabschluss. Düsseldorf setzt die Fachoberschulreife voraus, den mittleren Schulabschluss in Nordrhein-Westfalen. Überall zählen gute Noten in Mathematik, Physik, Technik und Sport, Berlin nennt zusätzlich Englisch.

Mindestalter 16,5 bis 17,5 Jahre

Die Flughäfen setzen Altersgrenzen: München, Berlin und Düsseldorf verlangen 16,5 Jahre bei Ausbildungsbeginn, Fraport 17 Jahre, Hamburg 17,5 Jahre. Damit sind die Auszubildenden volljährig, wenn nach 18 Monaten der zweite Abschnitt mit Einsatzdienst, Führerschein C und Rettungssanitäter beginnt. Eine Altersobergrenze nennt keine der Ausschreibungen.

Feuerwehr- und Atemschutztauglichkeit

Vor der Einstellung steht eine ärztliche Untersuchung nach den berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen, Düsseldorf nennt die Untersuchungen G25 (Fahr- und Steuertätigkeiten), G26 (Atemschutzgeräte) und G42 (Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung) sowie die Sehstärke für die Führerscheinklasse C. Gefordert ist die uneingeschränkte Tauglichkeit für Feuerwehr- und Rettungsdienst einschließlich Atemschutz. Stuttgart verlangt zusätzlich die Masernimpfung, München die Bereitschaft zu erforderlichen Schutzimpfungen.

Schwimmen und Sport

Fraport verlangt das Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Hamburg das Schwimmabzeichen in Silber, und in München gehören 200 Meter Schwimmen in höchstens fünf Minuten und 15 Meter Streckentauchen zum Sporttest. Während der Ausbildung legen die Auszubildenden an fast allen Standorten das Deutsche Sportabzeichen und den Rettungsschwimmer ab, körperliche Fitness ist also keine Floskel, sondern Prüfungsstoff.

Führerschein Klasse B

Löschfahrzeuge werden mit der Klasse C oder CE gefahren, und diesen Führerschein bezahlt der Flughafen während der Ausbildung. Die Klasse B müssen Bewerber selbst mitbringen oder rechtzeitig nachholen: Fraport erwartet sie bei der Bewerbung, Düsseldorf innerhalb der ersten anderthalb Jahre, Hamburg ab dem zweiten Ausbildungsteil. Wer noch keine 17 ist, sollte den Führerschein direkt nach der Zusage angehen.

Bereitschaft zum 24-Stunden-Dienst

Flughafenfeuerwehren arbeiten in 24-Stunden-Schichten, also einen Tag und eine Nacht am Stück auf der Wache, und die Auszubildenden wechseln im zweiten Abschnitt in dieses System, in Hamburg ab dem 19. Monat. Fraport, München, Berlin und Düsseldorf fragen die Bereitschaft dazu ausdrücklich ab. Dazu kommen Teamfähigkeit und die Fähigkeit, in unübersichtlichen Lagen einen kühlen Kopf zu bewahren, wie München es formuliert.

Wer im Sicherheitsbereich eines Flughafens arbeitet, braucht außerdem eine behördliche Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 des Luftsicherheitsgesetzes. Die Ausbildungsanzeigen erwähnen sie selten, die Stellenanzeigen für fertige Feuerwehrleute dagegen regelmäßig, etwa der Baden-Airpark in Karlsruhe/Baden-Baden. Was dabei geprüft wird, erklärt unser Ratgeber Zuverlässigkeitsüberprüfung am Flughafen.

Wie läuft das Auswahlverfahren ab?

Zwischen Bewerbung und Vertrag steht ein Einstellungstest, der sich an dem der Berufsfeuerwehren orientiert. Am transparentesten legt ihn der Flughafen München offen, der die Anforderungen seines Auswahlverfahrens veröffentlicht hat. Der Test läuft dort an zwei Tagen, meist zwei Samstagen, und jede Station wird nur mit bestanden oder nicht bestanden bewertet. Am ersten Tag stehen Sport und Höhentauglichkeit an:

StationMindestleistung ab 18 JahrenUnter 18 Jahren
Streckentauchenmindestens 15 Meter15 Meter
200 Meter Schwimmen (Freistil)höchstens 5:00 Minuten5:20 Minuten
Kasten-Bumerang-Test (Hindernislauf um Turnkästen, Start mit Rolle vorwärts)höchstens 20 Sekunden20 Sekunden
Personenrettung, drei Runden à 22 Meterhöchstens 60 Sekunden mit 75-Kilogramm-Puppe60 Sekunden mit 50-Kilogramm-Puppe
Beugehang (Halten mit dem Kinn über der Stange)mindestens 44 Sekunden30 Sekunden
Liegestütze16 Wiederholungen (Männer), 12 (Frauen)gleich
3.000 Meter Laufhöchstens 15:00 Minuten16:00 Minuten
Drehleitersteigen (Höhentauglichkeit)höchstens 60 Sekunden, gesichert60 Sekunden

Quelle: Flughafen München GmbH, Auswahlverfahren Brandschutzfachkraft und Ausbildungsberuf Werkfeuerwehrmann/-frau, Flughafenfeuerwehr München, Februar 2025.

Wer den ersten Tag besteht, zeigt am zweiten Tag sein praktisches Geschick, etwa den Umgang mit handelsüblichen Werkzeugen, das Schätzen von Längen und Volumen und physikalisches Schulwissen, und schreibt einen Test in Deutsch, Rechnen, Englisch auf dem Niveau B1, Allgemeinwissen, logischem Denken, Merkfähigkeit und Vorstellungsvermögen. Ein kurzes Kennenlerngespräch schließt das Verfahren ab. Der Beruf steht Frauen offen, München setzt lediglich bei den Liegestützen unterschiedliche Werte an. Hamburg Airport kombiniert ebenfalls Sporttest und Assessment Center, Düsseldorf spricht von einer sportlichen Eignungsprüfung. Die Bewerbungsfristen liegen früh: Düsseldorf nimmt Bewerbungen für den Start im September 2027 bis zum 15. Oktober 2026 an, Hamburg testet für den Jahrgang 2027 bereits im September 2026.

Wie ist die Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann aufgebaut?

Nach § 2 der Ausbildungsordnung dauert die Ausbildung drei Jahre, und alle Flughäfen teilen sie in zwei Hälften von je 18 Monaten:

AbschnittDauerInhalt
Handwerkliche KompaktausbildungMonate 1 bis 18Metalltechnik, Elektrotechnik, Holzverarbeitung sowie Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, in Hamburg bei den Handwerksinnungen, in Düsseldorf am Flughafen selbst, dazu das Deutsche Sportabzeichen
Feuerwehrtechnische AusbildungMonate 19 bis 36Feuerwehrgrundausbildung, Atemschutz, Sprechfunk, Maschinist (das Fahren und Bedienen der Löschfahrzeuge samt Pumpe), Brandbekämpfung, Rettungstechnik, Einsatzlehre, Gefahrgut. Parallel dazu Rettungssanitäter (die Grundqualifikation des Rettungsdienstes), Rettungsschwimmer und Führerschein C oder CE, am Ende der Übergang in den 24-Stunden-Dienst

Quelle: Ausbildungsausschreibungen der Flughäfen Frankfurt, München, Berlin Brandenburg, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und Hannover, Stand September 2026.

Die Zweiteilung ist kein Zufall, sondern folgt der Prüfungsordnung. Teil 1 der Abschlussprüfung findet nach § 7 in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt und prüft nach § 9 ausschließlich die handwerklichen Arbeiten: eine Arbeitsaufgabe von 420 Minuten mit Fachgespräch sowie 135 Minuten schriftliche Aufgaben aus Elektrotechnik, Metall- und Sanitärtechnik und Holzbau. Deshalb sind die Auszubildenden zu diesem Zeitpunkt noch keinen Tag im Feuerwehrdienst gewesen. Teil 2 am Ende der Ausbildung umfasst nach § 11 die Bereiche Brandbekämpfung und Menschenrettung, Technische Hilfeleistung und ABC-Einsatz (Gefahren durch atomare, biologische und chemische Stoffe), Grundlagen und Techniken der Gefahrenabwehr sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Zur Zulassung müssen die Prüflinge nach § 12 die Ausbildung zum Rettungssanitäter nachweisen und Feuerwehrfahrzeuge der Klasse C führen können, weshalb beides fester Bestandteil jeder Flughafen-Ausbildung ist.

Die Gewichtung nach § 16 zeigt, wie stark das Handwerk zählt: Die handwerklichen Arbeiten aus Teil 1 gehen mit 30 % in die Gesamtnote ein, die drei feuerwehrtechnischen Bereiche mit je 20 % und Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 %. Der Berufsschulunterricht findet im Block statt, je nach Flughafen an der Werner-Heisenberg-Schule in Rüsselsheim und der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel (Frankfurt), in Freising (München), an einem Oberstufenzentrum in Eisenhüttenstadt (Berlin), am Currenta-Berufskolleg in Leverkusen (Düsseldorf) oder an der BBS II in Wolfsburg (Hannover, in Kooperation mit Volkswagen). Einige Flughäfen bilden den Feuerwehrteil mit Industriepartnern aus, Düsseldorf mit Henkel, Hannover mit Volkswagen, München möglicherweise mit Werkfeuerwehren seiner Verbundpartner.

Welche Flughäfen bilden Werkfeuerwehrleute aus?

Ausgebildet wird an den großen Verkehrsflughäfen mit eigener Werkfeuerwehr und eigener Ausbildungsabteilung. Zum Stichtag 9. September 2026 liefen auf flughafen-jobs.de Ausschreibungen für den Ausbildungsstart 2027 in Frankfurt, München, Berlin Brandenburg, Stuttgart und Düsseldorf. Hamburg und Hannover schreiben ihre Plätze über die eigenen Ausbildungsseiten aus. Die Eckdaten im Vergleich:

FlughafenSchulabschluss und AlterBesonderheit
Frankfurt (Fraport)Hauptschulabschluss, 17 Jahre, Führerschein B, Jugendschwimmabzeichen BronzeStart 30. August 2027, Berufsschule Rüsselsheim plus Landesfeuerwehrschule Kassel, eigenes Feuerwehr Training Center
Münchenmittlerer Bildungsabschluss, 16,5 Jahreveröffentlichter Sporttest, Berufsschule Freising, Unterstützung bei vergünstigtem Wohnraum
Berlin Brandenburgmittlere Reife, 16,5 JahreStart Sommer 2027, fast 300 Feuerwehrleute, Übernahme bei guten Leistungen zugesagt
Stuttgartguter Realschulabschluss, MasernimpfungStart 1. September 2027, Sprechfunkzeugnis und Maschinist Teil der Ausbildung
DüsseldorfFachoberschulreife, 16,5 Jahre, Führerschein B in den ersten 1,5 JahrenStart 1. September 2027, Bewerbung bis 15. Oktober 2026, über 200 Feuerwehrleute auf zwei Wachen, Feuerwehrteil mit Henkel
HamburgErster Schulabschluss (Hauptschulniveau), 17,5 Jahre, Schwimmabzeichen SilberHandwerk bei den Innungen, zusätzlich Brandmeister-Qualifikation
Hannoverkeine Angabe auf der AusbildungsseiteStart 1. August, Feuerwehrteil mit Volkswagen in Wolfsburg

Quelle: Ausbildungsausschreibungen und Ausbildungsseiten der genannten Flughafenbetreiber, Stand September 2026.

Kleinere Flughäfen bilden in der Regel nicht selbst aus, sondern stellen fertige Feuerwehrleute ein, oft aus der Freiwilligen Feuerwehr: Memmingen verlangt die Truppmannausbildung (die Grundausbildung der Freiwilligen Feuerwehr), Atemschutztauglichkeit und einen Atemschutzgeräteträger-Lehrgang plus abgeschlossene Berufsausbildung, der Baden-Airpark ergänzt Truppführer, Maschinist und Sprechfunker. An diesen Standorten ist die Feuerwehr häufig mit der Abfertigung verbunden, Friedrichshafen, Saarbrücken und Mönchengladbach schreiben kombinierte Stellen aus Bodenverkehrsdienst und Feuerwehr aus. Für Quereinsteiger mit Feuerwehrhintergrund ist das der zweite Weg in den Beruf.

Was verdient man in der Werkfeuerwehrmann-Ausbildung?

Die meisten deutschen Verkehrsflughäfen sind kommunale Unternehmen und vergüten ihre Auszubildenden nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, kurz TVAöD. München und Düsseldorf nennen ihn ausdrücklich, Fraport spricht von einer attraktiven Vergütung mit Jahressonderzahlung, ohne Beträge zu veröffentlichen. Die Tarifwerte gelten bundesweit einheitlich:

AusbildungsjahrAusbildungsentgelt TVAöD ab 1. Mai 2026Beispielhafte Vergütung im Beruf (je nach Bundesland)Gesetzliche Mindestvergütung 2026
1. Jahr1.368,26 €1.147 € bis 1.204 €724 €
2. Jahr1.418,20 €1.222 € bis 1.315 €854 €
3. Jahr1.464,02 €1.277 € bis 1.389 €977 €

Quellen: Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes, Besonderer Teil BBiG, § 8 in der Fassung des Änderungstarifvertrags Nr. 14 (Werte ab 1. Mai 2026); Bundesagentur für Arbeit, Berufsinformation Werkfeuerwehrmann/-frau (Stand 3. August 2026); Bekanntmachung zur Mindestvergütung 2026 (BGBl. 2025 I Nr. 235). Alle Beträge brutto im Monat.

Ausbildungsvergütung Werkfeuerwehr: Tarif der Flughäfen, Beispielwerte im Beruf und gesetzliches Minimum

TVAöD (1. bis 3. Jahr) 1.368–1.464 €

Beispielwerte im Beruf (1. bis 3. Jahr) 1.147–1.389 €

Gesetzliche Mindestvergütung 2026 724–977 €

5001.0001.500

Angaben in € brutto im Monat

Die Flughäfen liegen damit klar über den bundesweiten Beispielwerten des Berufs, denn viele Werkfeuerwehren der Industrie zahlen nach anderen Tarifen. Zum Grundentgelt kommen nach dem TVAöD eine Jahressonderzahlung von 90 % des November-Entgelts, 30 Urlaubstage bei einer Fünf-Tage-Woche und ein Lernmittelzuschuss von 50 € je Ausbildungsjahr. Düsseldorf und München nennen darüber hinaus eine Abschlussprämie von 400 € bei bestandener Prüfung, Düsseldorf zusätzlich vermögenswirksame Leistungen von 13,29 € im Monat, München eine Beteiligung am Unternehmenserfolg. Fraport wirbt mit Jobticket, Betriebsrestaurant und Kinderbetreuung.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Die Übernahme ist der Normalfall, denn die Flughäfen bilden für den eigenen Bedarf aus. Berlin Brandenburg sagt sie bei guten Leistungen zu, München und Düsseldorf sprechen von sehr guten Übernahmechancen. Danach beginnt die Laufbahn im Wachdienst, mit Weiterbildungen zum Truppführer, Maschinisten für Sonderfahrzeuge, Gruppenführer oder Ausbilder. Hamburg integriert bereits in die Ausbildung die Qualifikation zum Brandmeister, also die Laufbahnprüfung des mittleren feuerwehrtechnischen Dienstes, die bei Berufsfeuerwehren den Einstieg bildet und die manche Flughäfen wie der Baden-Airpark gern sehen. München schreibt eigene Stellen für Trainer und Fachausbilder aus. Da die Ausbildung einen vollwertigen Handwerksanteil und den Rettungssanitäter enthält, stehen auch Wege in Werkfeuerwehren der Industrie, in den Rettungsdienst und, nach den jeweiligen Landesregeln, in die Berufsfeuerwehren der Städte offen.

Das Gehalt richtet sich bei den kommunalen Betreibern nach dem öffentlichen Tarif für Flughäfen, die Eingruppierung legt jeder Flughafen nach seinem Tarifwerk fest. Was das bedeutet, zeigen die Ausschreibungen für Berufserfahrene: Der Flughafen Mönchengladbach ordnet seine kombinierte Stelle aus Vorfeldbetrieb, Feuerwehr und Facility Management der Entgeltgruppe 5 zu, der Flughafen Düsseldorf die Mitarbeiter seiner Feuerwehreinsatzzentrale der Entgeltgruppe 9a. In der seit Mai 2026 gültigen Tabelle reicht die Entgeltgruppe 5 von 3.124,08 € bis 3.783,33 € im Monat, die Entgeltgruppe 9a von 3.658,61 € bis 4.979,97 €, jeweils ohne die Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsdienst, die im 24-Stunden-Betrieb dauerhaft anfallen. Ein Gehaltsportal weist für Werkfeuerwehrleute aller Branchen einen Median von rund 3.250 € brutto im Monat aus. Fraport nennt in seinen Feuerwehr-Anzeigen keine Beträge.

Wie sieht die Feuerwehrausbildung in Österreich und der Schweiz aus?

In beiden Nachbarländern gibt es keinen Lehrberuf Werkfeuerwehrmann. Die Flughafenfeuerwehren bilden ihre Kräfte intern und nach Verbandsrichtlinien aus:

Österreich: Betriebsfeuerwehr nach Verbandsrichtlinie

  • Alle Feuerwehrleute an österreichischen Verkehrsflughäfen unterliegen den Ausbildungsrichtlinien des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes, die Grundausbildung und laufende Fortbildung regeln. Der Einstieg führt über die Grundausbildung beim Landesfeuerwehrverband oder eine Freiwillige Feuerwehr.
  • Die Heißausbildung unter realen Bedingungen findet zentral im Übungsgelände der Betriebsfeuerwehr am Flughafen Wien statt, auch für die Kräfte anderer Standorte.
  • An kleineren Flughäfen ist die Feuerwehr eine Doppelfunktion: Die rund 35 Einsatzkräfte des Flughafens Linz kommen aus Bodenabfertigung und Werkstatt, ein Feuerwehrmann muss mit dem Schnellangriffsfahrzeug und der Hälfte der Löschmittelmenge binnen drei Minuten am Flugzeug sein.

Schweiz: Airport Fire Service Zürich

  • Die Flughafenfeuerwehr Zürich ist Teil von Schutz & Rettung Zürich, der städtischen Berufsfeuerwehr, und zuständig für alle Flugzeugeinsätze, die Flugzeugbergung und den Brandschutz auf dem Rollfeld. Einsätze im Stadtgebiet gehören nicht dazu.
  • Die Ausbildung umfasst rund 1.000 Stunden: vier Monate Grundausbildung vor dem ersten Schichtdienst, der Rest verteilt über zwei Jahre im 24-Stunden-Betrieb, mit Schwerpunkten Flugzeugbrandbekämpfung und Funkprüfung für die Flugbetriebsflächen.
  • Der eidgenössische Fachausweis als Berufsfeuerwehrmann wird nicht vorausgesetzt, eine handwerkliche Grundausbildung ist von Vorteil.

Aktuelle Werkfeuerwehr Stellen und Ausbildungsplätze

Die Ausbildungsplätze und die Stellen für ausgebildete Feuerwehrleute an allen 48 Flughäfen sammeln wir im Bereich Werkfeuerwehr Jobs. Wer den Beruf über eine Ausbildung beginnen will, findet die Angebote zusätzlich im Bereich Ausbildung und Duales Studium Jobs:

Aktuelle Werkfeuerwehr Jobs

Aktuell 20 offene Stellen und Ausbildungsplätze bei Flughafenfeuerwehren auf flughafen-jobs.de.

Fazit

Die Werkfeuerwehrmann Ausbildung am Flughafen verbindet drei Jahre Handwerk und Feuerwehr zu einem Beruf, den es so nur an wenigen Orten gibt: Löschfahrzeuge mit über 12.000 Litern Wasser, drei Minuten bis zum Flugzeug und ein Team, das rund um die Uhr auf dem Gelände im Dienst ist. Der Zugang ist mit Haupt- oder Realschulabschluss und einem Mindestalter von 16,5 bis 17,5 Jahren niedrigschwellig, die Auswahl über Sporttest und ärztliche Untersuchung dafür ernst. Bezahlt wird nach öffentlichem Tarif mit 1.368,26 € schon im ersten Jahr, Rettungssanitäter und LKW-Führerschein gibt es obendrauf. Wer 2027 starten will, muss sich jetzt bewerben, denn die Fristen laufen im Herbst 2026 ab. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!

FAQ: Häufige Fragen zur Werkfeuerwehrmann-Ausbildung

Wie lange dauert die Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann?

Drei Jahre, geteilt in 18 Monate handwerkliche Kompaktausbildung und 18 Monate feuerwehrtechnische Ausbildung. Teil 1 der Abschlussprüfung findet in der Mitte des zweiten Jahres statt und prüft das Handwerk, Teil 2 am Ende die Feuerwehrinhalte. Rettungssanitäter und Führerschein der Klasse C sind Voraussetzung für die Zulassung zum zweiten Teil.

Welchen Schulabschluss braucht man für die Werkfeuerwehr am Flughafen?

Gesetzlich ist kein Abschluss vorgeschrieben. Fraport und Hamburg Airport nehmen Bewerber mit Hauptschulabschluss, München, Berlin und Stuttgart verlangen die mittlere Reife, Düsseldorf die Fachoberschulreife. Entscheidender als der Abschluss sind Sporttest, ärztliche Feuerwehrtauglichkeit und die Noten in Mathematik, Physik und Technik.

Wie alt muss man für die Ausbildung sein?

Die Flughäfen setzen ein Mindestalter zwischen 16,5 Jahren (München, Berlin, Düsseldorf), 17 Jahren (Frankfurt) und 17,5 Jahren (Hamburg) bei Ausbildungsbeginn. So sind die Auszubildenden volljährig, wenn nach 18 Monaten der zweite Abschnitt mit Einsatzdienst, Führerschein C und Rettungssanitäter beginnt. Eine Altersobergrenze nennt keine der Ausschreibungen.

Was ist der Unterschied zwischen Werkfeuerwehr und Berufsfeuerwehr?

Die Berufsfeuerwehr ist die Feuerwehr einer Stadt, ihre Einsatzkräfte sind in der Regel Beamte und werden nach Landesrecht ausgebildet. Die Werkfeuerwehr gehört einem Unternehmen, am Flughafen dem Betreiber, ihre Feuerwehrleute sind Angestellte, und der Zugang führt seit 2015 über den dualen Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Fachlich sind die Anforderungen vergleichbar, der Flughafen München beschreibt seine Werkfeuerwehr ausdrücklich als mit einer Berufsfeuerwehr vergleichbar.

Kann man auch ohne Ausbildung zur Flughafenfeuerwehr?

Ja, über den Quereinstieg mit Feuerwehrhintergrund. Kleinere Flughäfen wie Memmingen oder Karlsruhe/Baden-Baden stellen Bewerber mit abgeschlossener Berufsausbildung und Lehrgängen der Freiwilligen Feuerwehr ein, verlangt werden meist Truppmann, Atemschutzgeräteträger und die Atemschutztauglichkeit, gern auch Maschinist und Rettungssanitäter. Den fehlenden Rettungssanitäter oder Führerschein C bilden die Flughäfen teils selbst nach.