Das Wichtigste in Kürze
- Flugdienstberater bereiten Flüge für eine Airline am Boden vor und begleiten sie, bis das Flugzeug gelandet ist. Sie arbeiten im Operations Control Center der Fluggesellschaft, in Stellenanzeigen heißt der Beruf auch Flight Dispatcher oder OCC Controller.
- Typische Aufgaben: Flugrouten planen, Treibstoff und Gewichte berechnen, Wetter und Streckeninformationen für die Crew zusammenstellen, Flüge überwachen und bei Störungen Ausweichflughäfen oder neue Genehmigungen organisieren.
- Voraussetzungen: Gesetzlich verlangt sind ausreichende Kenntnisse in Englisch, Mathematik und Physik sowie behördliche Zuverlässigkeit. Ein Medical wie für Piloten ist nicht nötig. Die Lizenz gibt es ab 21 Jahren, die Ausbildung kann mit 17 beginnen.
- Ausbildung: Ein anerkannter Lehrgang mit sieben Fachgebieten, danach drei Monate Praxis bei einer Airline und eine Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt. Die Ausbildung wird nicht vergütet, Fernlehrgänge für die Theorie kosten rund 1.900 € bis 3.600 €.
- Gehalt: Der Tarif für Bodenverkehrsdienste sieht für Flight OPS Agents, die Flugpläne und Crew-Briefings verantworten, 3.836,60 € bis 4.101,74 € brutto im Monat vor (Stand Mai 2026). In der Berufsgruppe liegt der Median bei 3.918 €.
Was ist ein Flugdienstberater?
Ein Flugdienstberater ist der Planer eines Fluges am Boden. Bevor eine Crew ins Cockpit steigt, hat er die Route festgelegt, den Treibstoff berechnet, das Wetter entlang der Strecke ausgewertet und alle Unterlagen für den Flug zusammengestellt. Während des Fluges behält er die Maschine im Blick und ist für die Piloten erreichbar, wenn sich unterwegs etwas ändert. Sein Arbeitsplatz ist das Operations Control Center (OCC) einer Fluggesellschaft, die Leitstelle, von der aus eine Airline ihren gesamten Flugbetrieb steuert. In Stellenanzeigen heißt der Beruf auch Flight Dispatcher oder OCC Controller, bei Abfertigungsgesellschaften Flight OPS Agent.
In Deutschland ist der Beruf staatlich geregelt. Flugdienstberater zählen nach § 1 der Verordnung über Luftfahrtpersonal (LuftPersV) zum erlaubnispflichtigen Luftfahrtpersonal, wie Piloten und Flugbegleiter auch. Die Erlaubnispflicht selbst steht in § 4 des Luftverkehrsgesetzes. Wer die Tätigkeit ausübt, braucht nach § 112 LuftPersV einen Luftfahrerschein für Flugdienstberater, den das Luftfahrt-Bundesamt ausstellt. Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung dafür gibt es seit 1976. Die Abschlussbezeichnung lautet Flugdienstberater beziehungsweise Flugdienstberaterin.
Vom Fluglotsen unterscheidet sich der Beruf grundlegend. Fluglotsen arbeiten für die Flugsicherung und lenken alle Flugzeuge im Luftraum, unabhängig von der Airline. Der Flugdienstberater arbeitet für eine Fluggesellschaft und plant deren Flüge, die Freigaben der Flugsicherung muss er dabei einholen und einhalten. Ebenso unterscheidet er sich von der Verkehrsleitung eines Flughafens, die den Betrieb des Flugplatzes überwacht, nicht die Durchführung einzelner Flüge.
Welche Aufgaben hat ein Flugdienstberater?
Die Lizenz berechtigt nach § 114 LuftPersV zu zwei Dingen: zur Flugvorbereitung und zur Unterstützung des verantwortlichen Piloten vom Boden aus. Was das im Alltag bedeutet, zeigen die Stellenanzeigen der Airlines. Vier Aufgabenfelder prägen den Beruf:
Flüge planen und berechnen
Für jeden Flug legt der Flugdienstberater die Route fest und berücksichtigt dabei Wetter, Luftraumbeschränkungen und technische Einschränkungen des Flugzeugs. Er berechnet den Treibstoffbedarf, die höchstmögliche Zuladung sowie das Start- und Landegewicht, also wie viel Gepäck, Fracht und Kerosin das Flugzeug mitnehmen darf. Den fertigen Flugplan meldet er bei der Flugsicherung an. German Airways nennt in ihrer Anzeige für einen Flight Dispatcher in Köln genau diese Schritte als Kern der Stelle.
Die Crew mit Unterlagen versorgen
Vor dem Abflug erhält die Besatzung ein Paket mit allem, was sie für den Flug wissen muss, in der Branche Briefing Package genannt. Darin stehen der Flugplan, die Wettermeldungen und Vorhersagen für Start, Ziel und Strecke sowie die NOTAMs, Hinweise auf Sperrungen oder Einschränkungen an Flughäfen und im Luftraum. Der Flugdienstberater stellt diese Unterlagen zusammen und bespricht die Route mit den Piloten. Sundair zählt das Ausarbeiten von Streckenführungen und Briefing Packages zu den Aufgaben ihrer OCC-Mitarbeiter in Berlin.
Flüge überwachen und Piloten unterstützen
Ist das Flugzeug in der Luft, verfolgt der Flugdienstberater den Flugverlauf und steht der Crew für betriebliche Fragen zur Verfügung. Verschlechtert sich das Wetter am Ziel oder kommt es zu anderen Störungen, schlägt er Ausweichflughäfen vor und organisiert bei Bedarf neue Überfluggenehmigungen. Im Notfall leitet er am Boden die nötigen Maßnahmen ein. Die Entscheidung im Cockpit bleibt beim Kapitän, der Flugdienstberater liefert ihm die Grundlagen dafür.
Unregelmäßigkeiten und Slots managen
Verspätungen, Umleitungen und kurzfristige Ausfälle gehören zum Tagesgeschäft eines OCC. Der Flugdienstberater stimmt sich dann mit der Flugsicherung, den Flughäfen und den Dienstleistern ab, bearbeitet die Zeitfenster für Start und Landung, Slots genannt, und plant den Einsatz der Flugzeuge um. Bei Sundair gehört auch die Überwachung der Flugdienst- und Ruhezeiten der Besatzungen zur Stelle. German Airways, die vor allem Charterflüge und im sogenannten Wetlease Flüge mit eigenem Flugzeug und eigener Crew für andere Airlines durchführt, lässt ihre Flight Dispatcher außerdem prüfen, ob ein angefragter Flug durchführbar ist, bevor der Vertrieb ihn verkauft.
Gearbeitet wird im Schichtdienst, denn Flugbetrieb kennt keine festen Bürozeiten. Viele Rechenschritte übernehmen heute Flugplanungsprogramme. Der Flugdienstberater muss ihre Ergebnisse aber prüfen und verantworten können, weshalb die Luftpersonalverordnung die Nutzung und Überprüfung solcher Programme ausdrücklich zum Ausbildungsinhalt macht.
Wie wird man Flugdienstberater?
Der Weg zum Flugdienstberater ist eine schulische Ausbildung mit anschließender Praxis bei einer Airline. Einen Ausbildungsvertrag nach dem Berufsbildungsgesetz gibt es nicht, die Inhalte und die Prüfung regelt die Luftpersonalverordnung bundesweit einheitlich.
Die Voraussetzungen
Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor. Verlangt werden nach § 112 Absatz 2 LuftPersV ausreichende Kenntnisse in Englisch, Mathematik und Physik und die Teilnahme an einem amtlich anerkannten Lehrgang. Die Bildungseinrichtungen legen eigene Zugangskriterien fest, teilweise die Hochschul- oder Fachhochschulreife oder einen mittleren Abschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Dazu kommen vier weitere Bedingungen:
- Mindestalter: Die Ausbildung darf nach § 17 LuftPersV mit 17 Jahren beginnen, den Luftfahrerschein gibt es nach § 4 LuftPersV aber erst mit 21.
- Zuverlässigkeit: Das Luftfahrt-Bundesamt prüft sie nach § 18 LuftPersV. Als unzuverlässig gilt in der Regel, wer innerhalb von zehn Jahren vor dem Antrag wegen eines Verbrechens verurteilt wurde, innerhalb von fünf Jahren wegen einer anderen Vorsatztat zu mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe, erheblich oder wiederholt gegen Verkehrsvorschriften verstoßen hat oder regelmäßig Alkohol, Drogen oder Medikamente missbraucht. Vorzulegen sind unter anderem ein Führungszeugnis und ein Auszug aus dem Fahreignungsregister.
- Zuverlässigkeitsüberprüfung am Flughafen: Wer regelmäßig in die nicht öffentlichen Bereiche eines Flughafens muss, braucht zusätzlich eine Überprüfung nach § 7 des Luftsicherheitsgesetzes. Wie sie abläuft und wie lange sie dauert, steht im Ratgeber zur Zuverlässigkeitsüberprüfung.
- Schichtbereitschaft und Englisch im Alltag: Die Airlines verlangen in ihren Anzeigen sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse und die Bereitschaft zu Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdiensten, Sundair zusätzlich den Führerschein der Klasse B.
Ein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis wie für Piloten ist dagegen nicht nötig. Nach § 16 Absatz 2 LuftPersV müssen Bewerber um den Luftfahrerschein für Flugdienstberater zu Beginn der Ausbildung kein Medical vorlegen, und auch unter den fachlichen Voraussetzungen taucht es nicht auf. Wer im Flugbetrieb arbeiten möchte, die gesundheitlichen Anforderungen an Piloten aber nicht erfüllt, findet in diesem Beruf deshalb einen Weg in die Luftfahrt.
Der Lehrgang: sieben Fachgebiete
Die theoretische Ausbildung erstreckt sich nach § 112 Absatz 3 LuftPersV auf sieben Sachgebiete. Sie entsprechen in weiten Teilen dem Wissen, das auch Piloten für ihre Lizenz lernen:
| Sachgebiet | Worum es geht |
|---|---|
| Luftrecht, Luftverkehrs- und Flugsicherungsvorschriften | Regeln für Flugbetrieb und Luftraum |
| Navigation | Routen, Kurse, Entfernungen |
| Meteorologie | Wetterkarten, Vorhersagen, Gefahren |
| Technik, Flugzeugkunde | Systeme, Leistung, Grenzen der Flugzeuge |
| Fernmeldeeinrichtungen und Kommunikation | Datenaustausch, Verkehrsflussregelung |
| Flugvorbereitung | Flugplan, Treibstoff, Beladung |
| Menschliches Leistungsvermögen | Belastung, Fehler, Zusammenarbeit |
Quelle: Verordnung über Luftfahrtpersonal, § 112 Absatz 3; Bundesagentur für Arbeit, Berufsinformation Flugdienstberater/in. Stand Oktober 2026.
Den theoretischen Teil absolvieren angehende Flugdienstberater an einer Ausbildungseinrichtung, die das Luftfahrt-Bundesamt dafür genehmigt hat, in der Fachsprache NTO genannt. Für Flugdienstberater sind das sieben Einrichtungen:
| Ausbildungseinrichtung | Ort |
|---|---|
| Lufthansa Aviation Training Operations Germany GmbH | Berlin |
| Civil Aviation Training GmbH | Worms |
| FFL Fachschule für Luftfahrzeugführer | Mülheim an der Ruhr |
| TUIfly GmbH | Langenhagen bei Hannover |
| IFR-Instrumentenflugschule Reichelsheim GmbH | Reichelsheim (Wetterau) |
| FMG Flight Training | Büren, Flughafen Paderborn/Lippstadt |
| ASISTIM GmbH | Hannover |
Quelle: Luftfahrt-Bundesamt, Liste der genehmigten Ausbildungseinrichtungen (NTO), Stand 15.02.2024.
Wie lange der Lehrgang dauert, legt die Verordnung nicht fest, das hängt vom Anbieter und der Lernform ab. Die Einrichtungen in Worms und Reichelsheim bieten die Theorie als Fernlehrgang an, zugelassen bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht. Beide kombinieren Selbststudium mit Präsenztagen:
| Anbieter | Dauer | Umfang | Kosten |
|---|---|---|---|
| CAT Civil Aviation Training Europe, Worms | 4 Monate | 350 Stunden, 12 Präsenztage | 3.587 € |
| Instrumenten Flugschule Reichelsheim | 18 Monate | 350 Stunden, 10 Präsenztage | 1.900 € |
Quelle: Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU), Lehrgangsdaten, Abruf Oktober 2026. Ohne Melde- und Prüfungsgebühren der Behörde, bei CAT zuzüglich rund 160 € bis 300 € für den Präsenzunterricht.
Der Unterschied zwischen den beiden Angeboten liegt im Tempo: Der Lehrgang aus Worms rechnet mit 18 Stunden Selbststudium pro Woche, der aus Reichelsheim mit vier Stunden und eignet sich damit eher neben dem Beruf. Eine Vergütung gibt es während der Ausbildung nicht. Wer bereits Vorwissen mitbringt, kann nach § 129 LuftPersV von einzelnen Sachgebieten ganz oder teilweise befreit werden, etwa Inhaber einer Verkehrspilotenlizenz.
Praxis und Prüfung
Zur Ausbildung gehört ein praktischer Teil in zwei Schritten, den § 112 Absatz 4 LuftPersV vorgibt. Vor der Theorie steht eine Einweisung in die Organisation und die Aufgaben des Verkehrsbetriebs einer Airline. Nach der bestandenen Theorieprüfung folgen drei Monate in der Flugdienstberatung oder Verkehrsleitung eines Luftfahrtunternehmens. Dort lernen die angehenden Flugdienstberater unter Aufsicht des Fachbereichsleiters Bodenbetrieb, also des Verantwortlichen für den Bodenbetrieb der Airline, Flüge mit den Planungsprogrammen der Airline vorzubereiten und Piloten während des Fluges vom Boden aus zu unterstützen. Wer schon als Assistent in einer Flugdienstberatung gearbeitet hat, kann sich das auf die drei Monate anrechnen lassen.
Am Ende steht nach § 113 LuftPersV eine theoretische und eine praktische Prüfung. Geprüft werden die sieben Sachgebiete und die praktische Flugvorbereitung einschließlich der Unterstützung des Piloten im Flug. Wer besteht, erhält den Luftfahrerschein für Flugdienstberater. Er wird nach § 114 LuftPersV unbefristet erteilt und muss nicht verlängert werden. In welchen Aufgabenbereichen der Flugdienstberater tätig sein darf, bestimmt die Einweisung durch die Airline, bei der er arbeitet.
Welche Soft Skills braucht ein Flugdienstberater?
Soft Skills sind die persönlichen Fähigkeiten, die in keinem Zeugnis stehen und im Operations Control Center trotzdem über einen guten Arbeitstag entscheiden. Für Flugdienstberater zählen vor allem diese:
- Aufmerksamkeit beim Überwachen vieler Flüge gleichzeitig
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, weil eine falsche Zahl im Flugplan direkt die Sicherheit betrifft
- Entscheidungsfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit bei Störungen und Notfällen
- Klare Kommunikation mit Piloten, Flugsicherung und Flughäfen, oft auf Englisch
- Belastbarkeit in Stresssituationen
- Organisations- und Improvisationstalent, das Sundair in ihrer Anzeige ausdrücklich nennt
Vier davon prägen den Beruf besonders:
Aufmerksamkeit über Stunden
In einer Leitstelle laufen Wettermeldungen, Positionsdaten und Nachrichten von Crews und Flughäfen gleichzeitig ein. Der Flugdienstberater muss erkennen, welche davon für einen seiner Flüge wichtig wird, oft lange bevor ein Problem sichtbar ist. Diese Wachsamkeit über eine ganze Schicht zu halten, auch nachts, ist der Kern des Berufs.
Sorgfalt bei Zahlen
Treibstoff, Gewichte und Leistungsdaten bestimmen, ob ein Flugzeug sicher starten und landen kann. Ein Fehler im Flugplan wirkt sich deshalb direkt auf die Sicherheit aus. Die Luftpersonalverordnung verlangt ausdrücklich, dass Flugdienstberater die Ergebnisse ihrer Planungsprogramme nicht nur nutzen, sondern auch überprüfen können.
Entscheiden unter Zeitdruck
Wenn ein Zielflughafen wegen Gewitter schließt, bleibt wenig Zeit, um einen Ausweichflughafen vorzuschlagen und die Folgen für Treibstoff und Crew zu bewerten. Der Flugdienstberater muss dann mit unvollständigen Informationen eine vertretbare Empfehlung geben. Wer in solchen Momenten ruhig bleibt, ist in diesem Beruf richtig.
Kommunikation mit vielen Partnern
Piloten, Flugsicherung, Flughäfen, Technik und Crew-Planung brauchen dieselbe Information in unterschiedlicher Form. Der Flugdienstberater übersetzt zwischen ihnen und informiert die Crew so knapp und eindeutig, dass keine Rückfragen nötig sind. Teamfähigkeit verlangen German Airways und Sundair in ihren Anzeigen deshalb ausdrücklich.
Bei welchen Arbeitgebern arbeiten Flugdienstberater?
Flugdienstberater arbeiten vor allem bei Fluggesellschaften des Linien- und Charterverkehrs, meist in den Büros des Operations Control Centers am Flughafen. Drei Arbeitgebertypen lassen sich unterscheiden:
- Große Netzwerk-Airlines: Die Lufthansa steuert ihren Flugbetrieb aus dem Integrated Operations Control Center an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München. Austrian Airlines betreibt eine eigene Operations Control in Wien. In solchen Leitstellen teilen sich mehrere Funktionen die Arbeit, Austrian etwa führt die Crew-Steuerung als eigene Stelle neben der Operations Control.
- Charter- und kleinere Airlines: Bei German Airways in Köln oder Sundair in Berlin vereint eine Stelle im OCC Flugplanung, Überwachung, Slots und bei Sundair auch die Ruhezeiten der Crews. Die Arbeit ist dort weniger arbeitsteilig organisiert als in den großen Leitstellen.
- Abfertigungsgesellschaften: Auch die Bodenverkehrsdienste an den Flughäfen beschäftigen Mitarbeiter in der Flugvorbereitung. Ihr Branchentarif kennt dafür den Flight OPS Agent, der Flugpläne, Routenkarten und Crew-Briefings verantwortlich erstellt.
Interessant ist ein Blick in die Anzeigen: Die Lizenz verlangen die Airlines nicht immer zwingend. German Airways bezeichnete sie in ihrer Ausschreibung für einen Flight Dispatcher als wünschenswert und akzeptierte alternativ eine Berufs- oder Verkehrspilotenlizenz, wichtiger war Berufserfahrung in einem OCC. Sundair suchte für ihre Leitstelle Bewerber mit operativer Erfahrung, vorzugsweise bei einer Airline, mit Flugplanungskenntnissen und Wissen über die europäischen Vorschriften für den Flugbetrieb.
Aktuelle Stellen für Flugdienstberater
Stellen für Flugdienstberater schreiben die Airlines unter wechselnden Titeln aus, von OCC Controller über Flight Dispatcher bis Mitarbeiter Flugplanung. Wir bündeln sie zusammen mit verwandten Stellen in der Verkehrsleitung der Flughäfen. Weitere Stellen finden Sie in den Bereichen Operations und Cockpit und Flugbetrieb:
Aktuelle Jobs in Flugbetriebssteuerung und Verkehrsleitung
Aktuell 7 offene Stellen in der Flugbetriebssteuerung von Airlines und in der Verkehrsleitung von Flughäfen auf flughafen-jobs.de.
Wie hoch ist das Gehalt eines Flugdienstberaters?
Eine eigene Tariftabelle für Flugdienstberater gibt es nicht, die großen Airlines bezahlen nach Haustarifen, die sie nicht veröffentlichen. Am genauesten lässt sich das Gehalt über den Entgelttarifvertrag für die Bodenverkehrsdienste beziffern. Diesen Branchentarif haben ver.di, die kommunalen Arbeitgeber und der Arbeitgeberverband der Bodenabfertiger für alle Flughäfen mit mindestens zwei Millionen Passagieren im Jahr vereinbart. Sein Beispielkatalog für den Bereich Operations ordnet die Tätigkeiten der Flugvorbereitung Entgeltgruppen zu, vom Zusammenstellen der Briefing-Unterlagen bis zur Leitung des Betriebs (ETV BVD, PDF-Seite 26):
| Entgeltgruppe | Tätigkeit laut Tarif | Einstieg | Endstufe |
|---|---|---|---|
| EG 3 | OPS Innendienst: Wetter, NOTAMs, Briefing Packages | 3.204,69 € | 3.377,33 € |
| EG 6 | Flight OPS Agent: Flugpläne, Routenkarten, Crew-Briefings | 3.836,60 € | 4.101,74 € |
| EG 7 | Supervisor OPS | 3.989,53 € | 4.258,85 € |
| EG 8 | Duty Officer, Schichtleiter | 4.283,02 € | 4.583,42 € |
| EG 9 | Duty Manager, operative Betriebsleitung | 4.626,59 € | 4.942,52 € |
Quelle: Tarifvertrag Bodenverkehrsdienste (ETV BVD) von ABL, VKA und ver.di, Monatstabelle ab 1. Mai 2026 und Beispielkatalog Operations. Bruttowerte für Vollzeit mit 37,5 Stunden pro Woche, Einstieg in Stufe 1, Endstufe ist die höchste Stufe der Gruppe.
Monatsentgelt im Bereich Operations nach dem Tarif für Bodenverkehrsdienste
EG 3 OPS Innendienst 3.205–3.377 €
EG 6 Flight OPS Agent 3.837–4.102 €
EG 7 Supervisor OPS 3.990–4.259 €
EG 8 Duty Officer 4.283–4.583 €
EG 9 Duty Manager 4.627–4.943 €
Angaben in € brutto im Monat
Am nächsten an den Aufgaben eines Flugdienstberaters liegt der Flight OPS Agent in Entgeltgruppe 6, der Stundenlohn beträgt dort 23,53 € bis 25,16 € (ETV BVD, PDF-Seite 6). Für Schichtarbeit zahlt der Tarif monatlich 60 € extra, für Wechselschicht 95 € (ETV BVD, PDF-Seite 9). Der zugehörige Manteltarifvertrag legt außerdem Zuschläge fest: 25 % in der Nacht, 50 % an Sonntagen und 100 % an Feiertagen. Die Tabellen steigen im Gleichschritt mit dem öffentlichen Dienst, weil der Tarifvertrag jeden Abschluss im TVöD wertgleich überträgt.
Über alle Arbeitgeber hinweg gibt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit Auskunft. Er ordnet den Flugdienstberater einer Berufsgruppe zu, die alle Fachkräfte in der Überwachung und Steuerung des Luftverkehrsbetriebs umfasst. Für die rund 4.000 Vollzeitbeschäftigten dieser Gruppe nennt er einen Median von 3.918 € brutto im Monat, ein Viertel verdient weniger als 3.438 €, ein Viertel mehr als 4.894 € (Abruf Oktober 2026). Bei den Airlines selbst lohnt der Blick auf die Zusatzleistungen: German Airways bot ihren Flight Dispatchern neben dem Gehalt Schichtzulagen und 37 Urlaubstage im Jahr.
Welche Perspektiven haben Flugdienstberater?
Der Beruf ist ein Einstieg in die Steuerung des Flugbetriebs, und die Karriereleiter ist im Tarif der Bodenverkehrsdienste gut zu erkennen: vom Flight OPS Agent über den Supervisor OPS zum Duty Officer, der eine Schicht leitet, und zum Duty Manager, der die operative Betriebsleitung verantwortet. Ganz oben steht die Abteilungsleitung Operations.
Zu den weiteren Richtungen zählen die Crew-Steuerung, die Flugplanung und das Slotmanagement. Sundair etwa sucht für ihre Flugplanung Mitarbeiter mit einer Ausbildung im Luftverkehr und mehrjähriger Erfahrung in planerischen Bereichen einer Airline, die den Sommer- und Winterflugplan mitgestalten und Überflug- und Landegenehmigungen beantragen. Mit Hochschulzugangsberechtigung ist außerdem ein Bachelorstudium im Luftverkehrsmanagement möglich.
Zu guter Letzt bleibt der Weg ins Cockpit. Flugdienstberater und Piloten lernen große Teile desselben Stoffs, von Meteorologie über Navigation bis zur Flugplanung. Wer nach einigen Jahren in der Leitstelle selbst fliegen möchte, findet die Voraussetzungen und Kosten in unserem Ratgeber zur Pilot Ausbildung. Der Luftfahrerschein für Flugdienstberater bleibt dabei gültig, weil er unbefristet erteilt wird.
Fazit
Der Flugdienstberater ist der Planer und Begleiter eines Fluges am Boden, angesiedelt im Operations Control Center der Airlines. Der Weg führt über einen anerkannten Lehrgang in sieben Fachgebieten, drei Monate Praxis und eine Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt zu einer Lizenz, die unbefristet gilt. Die Ausbildung kostet einige tausend Euro statt eines sechsstelligen Betrags wie beim Pilotenschein, und nach Tarif beginnt das Gehalt eines verantwortlichen Flight OPS Agents bei rund 3.800 € im Monat. Wer Schichtdienst nicht scheut und unter Zeitdruck präzise arbeitet, findet hier einen Beruf, der den Flug von der Planung bis zur Landung begleitet, ohne selbst zu fliegen. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
FAQ: Häufige Fragen zum Flugdienstberater
Was macht ein Flugdienstberater?
Ein Flugdienstberater plant Flüge für eine Airline: Er legt die Route fest, berechnet Treibstoff, Zuladung und Gewichte, stellt Wetter und Streckeninformationen für die Crew zusammen und meldet den Flugplan bei der Flugsicherung an. Während des Fluges überwacht er den Verlauf und unterstützt die Piloten vom Boden aus, etwa mit Ausweichflughäfen bei schlechtem Wetter.
Wie wird man Flugdienstberater?
Der Weg führt über einen amtlich anerkannten Lehrgang mit sieben Sachgebieten, eine Einweisung in den Verkehrsbetrieb einer Airline, drei Monate Praxis in einer Flugdienstberatung und eine theoretische und praktische Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt. Vorausgesetzt werden Kenntnisse in Englisch, Mathematik und Physik, die Lizenz gibt es ab 21 Jahren. Geregelt ist das in § 112 und § 113 LuftPersV.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Flugdienstberater?
Das hängt vom Lehrgang ab. Die beiden bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassenen Fernlehrgänge für die Theorie dauern 4 beziehungsweise 18 Monate. Dazu kommen die vorgeschriebenen drei Monate Praxis bei einer Airline und die Prüfung.
Was kostet die Ausbildung zum Flugdienstberater?
Die beiden zugelassenen Fernlehrgänge kosten 1.900 € und 3.587 €. Hinzu kommen die Melde- und Prüfungsgebühren der Behörde und je nach Anbieter Kosten für die Präsenztage. Eine Ausbildungsvergütung gibt es nicht.
Was verdient ein Flugdienstberater?
Im Tarif für Bodenverkehrsdienste erhält ein Flight OPS Agent, der Flugpläne und Crew-Briefings verantwortet, 3.836,60 € bis 4.101,74 € brutto im Monat (Stand Mai 2026), dazu Schichtzulagen und Zuschläge. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nennt für die Berufsgruppe einen Median von 3.918 € im Monat. Die Haustarife der großen Airlines sind nicht öffentlich.
Was ist der Unterschied zwischen Flugdienstberater und Fluglotse?
Der Fluglotse arbeitet für die Flugsicherung und lenkt alle Flugzeuge im Luftraum, egal welcher Airline. Der Flugdienstberater arbeitet für eine Fluggesellschaft und plant deren Flüge, er beantragt dafür die nötigen Freigaben bei der Flugsicherung. Beide Berufe sind lizenzpflichtig, die Ausbildungen unterscheiden sich aber in Dauer, Kosten und Arbeitgeber deutlich.
Braucht ein Flugdienstberater ein Medical?
Nein. Anders als Piloten müssen Flugdienstberater kein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis vorlegen. § 16 Absatz 2 LuftPersV nimmt sie von dieser Pflicht zu Beginn der Ausbildung ausdrücklich aus, und die fachlichen Voraussetzungen in § 112 LuftPersV nennen kein Medical. Verlangt werden Kenntnisse in Englisch, Mathematik und Physik, ein anerkannter Lehrgang und die behördliche Zuverlässigkeit.
Muss die Lizenz als Flugdienstberater verlängert werden?
Nein. Der Luftfahrerschein für Flugdienstberater wird nach § 114 LuftPersV unbefristet erteilt. In welchen Aufgabenbereichen ein Flugdienstberater tätig sein darf, legt die Einweisung durch seine Airline fest.






