Das Wichtigste in Kürze
- Kein klassischer Ausbildungsberuf: Piloten lernen nicht im dualen System, sondern an einer behördlich zugelassenen Flugschule. Was dort gelehrt und geprüft wird, schreibt das europäische Luftrecht einheitlich vor.
- Dauer: Die durchgehende Ausbildung zum Verkehrspiloten dauert rund zwei Jahre. Vorgeschrieben sind mindestens 750 Stunden Theorieunterricht und 195 Stunden Flugausbildung.
- Voraussetzungen: Gesetzlich verlangt sind ein Mindestalter von 18 Jahren für die Berufspilotenlizenz und ein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1. Die Flugschulen setzen weitere Hürden, die Flugschule der Lufthansa Group etwa Abitur oder Fachhochschulreife und Englisch auf Niveau B2.
- Auswahl: Vor dem Schulungsvertrag stehen ein Eignungstest und ein Assessment. Die Lufthansa Group verlangt den Test des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Ryanair prüft an seinen Partnerschulen Mathematik, Physik und Englisch.
- Kosten: Die Ausbildung kostet je nach Flugschule 60.000 € bis 130.000 € und wird nicht vergütet. Einige Airlines beteiligen neue Piloten zusätzlich mit bis zu 30.000 € an der Schulung auf ihr Flugzeugmuster.
- Nach der Schulung: Absolventen erhalten die Berufspilotenlizenz mit Instrumentenflugberechtigung und bestandener ATPL-Theorie. Die volle Verkehrspilotenlizenz folgt erst nach 1.500 Flugstunden im Beruf.
Gibt es eine Ausbildung zum Piloten?
Ja, aber keine im klassischen Sinn. Wer Verkehrspilot werden will, schließt weder einen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb ab noch besucht er eine Berufsschule, und am Ende prüft auch keine Kammer, sondern die Luftfahrtbehörde. Die Pilotenausbildung findet an einer Flugschule statt, die von der Luftfahrtbehörde zugelassen ist, in der Fachsprache eine Approved Training Organisation (ATO). Was dort unterrichtet und geprüft wird, regelt europaweit einheitlich die Verordnung (EU) Nr. 1178/2011 mit ihrem Teil für die Lizenzierung von Flugbesatzungen, kurz Teil-FCL. In Deutschland nimmt das Luftfahrt-Bundesamt die Theorieprüfungen ab und stellt die Lizenzen für Berufs- und Verkehrspiloten aus, in Österreich ist es die Austro Control, in der Schweiz das Bundesamt für Zivilluftfahrt.
Wer von der Pilotenausbildung spricht, meint in aller Regel den Weg zur Verkehrspilotenlizenz für Flugzeuge, der Airline Transport Pilot Licence (ATPL). Sie berechtigt dazu, als Kapitän ein Verkehrsflugzeug im gewerblichen Luftverkehr zu führen. Auf dem Weg dorthin gibt es zwei weitere Lizenzen, die in Stellenanzeigen und auf den Seiten der Flugschulen ständig auftauchen:
| Lizenz | Was sie erlaubt | Mindestalter |
|---|---|---|
| CPL (Berufspilotenlizenz) | Fliegen gegen Bezahlung, im Linienverkehr als Copilot | 18 Jahre |
| MPL (Lizenz für mehrköpfige Besatzungen) | Copilot in Flugzeugen mit zwei Piloten | 18 Jahre |
| ATPL (Verkehrspilotenlizenz) | Kapitän im gewerblichen Luftverkehr | 21 Jahre |
Quelle: Verordnung (EU) Nr. 1178/2011, Anhang I (Teil-FCL), in der konsolidierten Fassung der EASA, Stand Oktober 2026.
Für Berufseinsteiger ist eine Eigenheit wichtig: Die volle Verkehrspilotenlizenz kann niemand direkt nach der Flugschule beantragen, denn sie setzt 1.500 Flugstunden voraus, davon 500 Stunden in Flugzeugen mit zwei Piloten. Absolventen verlassen die Schule deshalb mit einer Berufspilotenlizenz samt Instrumentenflugberechtigung, die das Fliegen nach Instrumentenflugregeln erlaubt, also auch in Wolken und ohne Sicht nach draußen, und mit bestandener ATPL-Theorie. Diese Kombination heißt in der Branche „Frozen ATPL“, eine eingefrorene Verkehrspilotenlizenz, die mit der Flugerfahrung im Beruf zur vollen Lizenz wird. Ende 2025 führte das Luftfahrt-Bundesamt 13.955 Verkehrspilotenlizenzen für Flugzeuge, dazu 5.392 Berufspilotenlizenzen und 805 MPL.
Welche Voraussetzungen gelten für die Pilotenausbildung?
Gesetzlich ist für die Pilotenausbildung kein Schulabschluss vorgeschrieben. Das europäische Recht legt nur wenige feste Hürden fest: 18 Jahre für die Berufspiloten- und die MPL-Lizenz, 21 Jahre für die Verkehrspilotenlizenz und ein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1. Alles Weitere bestimmen die Flugschulen und später die Airlines. Sechs Anforderungen kehren in ihren Bewerbungsbedingungen wieder:
Hochschulreife
Die European Flight Academy, die Flugschule der Lufthansa Group, verlangt die allgemeine Hochschulreife, die Fachhochschulreife oder die Matura, einen Notendurchschnitt setzt sie nicht voraus. Ob eine freie Flugschule auf den Abschluss verzichtet, legt sie selbst fest. Spätestens beim Berufseinstieg zählt er aber wieder: Lufthansa City Airlines und SWISS verlangen die Hochschul- oder Fachhochschulreife in ihren Anzeigen für Erste Offiziere.
Alter
Bewerben kann sich bei der European Flight Academy, wer mindestens 17 Jahre alt ist, die Berufspilotenlizenz gibt es ab 18. Ein gesetzliches Höchstalter für den Ausbildungsbeginn existiert nicht, die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit beobachtet aber, dass die Auswahlchancen ab einem Alter von über 30 Jahren deutlich sinken. Im gewerblichen Luftverkehr endet die Fliegerei mit 65 Jahren, ab 60 nur noch im Cockpit mit zwei Piloten.
Medical Klasse 1
Das flugmedizinische Tauglichkeitszeugnis der Klasse 1 stellt ein flugmedizinisches Zentrum nach einer umfangreichen Erstuntersuchung aus, dazu gehört ein Drogenscreening. Es gilt zwölf Monate und wird dann bei einem Fliegerarzt verlängert. Eine Brille schließt das Medical nicht aus, solange die Sehschärfe mit Korrektur die Grenzwerte erreicht. Eine feste Körpergröße schreibt die Flugschule der Lufthansa Group nicht vor, Airlines können aber eigene Grenzen setzen, SWISS etwa 160 bis 198 cm für den Direkteinstieg.
Englisch und Deutsch
Unterrichtet wird auf Englisch, die European Flight Academy verlangt deshalb fließendes Englisch auf Niveau B2, am Schweizer Standort zusätzlich Deutsch B2. Für den Beruf verlangen die Airlines einen Sprachnachweis nach der Skala der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO, in den Anzeigen von Lufthansa City Airlines, SWISS und Chair Airlines mindestens Level 4. Innerhalb der Lufthansa Group setzen die Airlines bestimmte Sprachkombinationen voraus, etwa Deutsch und Englisch, SWISS verlangt Deutsch auf Niveau C1.
Mathematik und Physik
Flugleistung, Treibstoff und Navigation sind angewandte Mathematik und Physik, deshalb prüfen alle Eignungstests diese Fächer. Die European Flight Academy rät zu einem soliden Grundwissen aus den Klassen 8 bis 11. Ryanair lässt Bewerber an seinen Partnerschulen einen Tag lang in Mathematik, Physik und Englisch testen, bevor sie einen Schulungsvertrag erhalten.
Zuverlässigkeit und Staatsangehörigkeit
Die European Flight Academy nimmt nur Bewerber mit höchstens drei Punkten im Fahreignungsregister an, Einträge wegen Alkohol, Drogen oder Medikamentenmissbrauch schließen eine Bewerbung aus. Verlangt wird außerdem die Staatsangehörigkeit eines EU- oder EFTA-Staates oder der Schweiz. Wer später im Sicherheitsbereich eines Flughafens arbeitet, braucht zudem eine Zuverlässigkeitsüberprüfung nach § 7 des Luftsicherheitsgesetzes, die unser Ratgeber zur Zuverlässigkeitsüberprüfung erklärt.
Eine fliegerische Vorerfahrung braucht niemand. Wer bereits eine Privatpilotenlizenz besitzt, darf sich bei der European Flight Academy bewerben, die gesammelten Flugstunden werden dort aber nicht angerechnet, weil die Schule nur die durchgehende Ausbildung anbietet. Mit einer Berufspilotenlizenz ist eine Bewerbung dort nicht mehr möglich.
Wie läuft das Auswahlverfahren ab?
Weil die Ausbildung teuer ist und ein Abbruch hohe Schulden hinterlassen kann, prüfen Flugschulen und Airlines die Eignung vor dem Vertrag. Die Vereinigung Cockpit empfiehlt, vor der Ausbildung einen Eignungstest abzulegen, der die Vorgaben der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA) erfüllt. Wie ein solches Verfahren aussieht, zeigt die European Flight Academy: Auf zwei Auswahlschritte folgt dort die flugmedizinische Untersuchung, erst danach gibt es einen Schulungsvertrag.
Schritt 1 von 3
Der DLR-Test
Der Test findet vor der eigentlichen Bewerbung statt. Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Hamburg, in Mailand oder im Assessment Center der SWISS in Zürich legen Bewerber einen computergestützten Eignungstest ab. Geprüft werden Merkfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, Englisch, Technik, Mathematik, Aufmerksamkeit, Psychomotorik, also die Koordination von Hand und Auge, und das Arbeiten an mehreren Aufgaben gleichzeitig. Dazu kommen Teamaufgaben und Fragebögen zur Persönlichkeit. Den Termin bucht jeder selbst, mit der Anmeldung gibt es Zugang zu einer Vorbereitungssoftware. Die Kosten von 427 € trägt der Bewerber.
Am Ende erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat mit einer Einstufung von A bis D. Welche Einstufung für die Bewerbung nötig ist, legt die European Flight Academy fest. Für Englisch genügt dort ein B im Test oder ersatzweise ein Sprachzertifikat auf Niveau B2. Wer das Ziel verfehlt, kann den Test zu einem selbst gewählten Zeitpunkt wiederholen. Das Zertifikat gilt zwei Jahre und kann auch bei anderen Flugschulen und Airlines vorgelegt werden. Schweizer Bürger können statt des DLR-Tests ein Zertifikat des Schweizer Förderprogramms SPHAIR einreichen, das allerdings nur zu den Cockpits von SWISS und Edelweiss führt.
Schritt 2 von 3
Das Lufthansa Group Assessment
Mit dem Zertifikat bewerben sich die Kandidaten bei der European Flight Academy. Wer die formalen Kriterien erfüllt, bucht einen Termin für das Assessment in Hamburg oder Zürich. In Interviews und einer Gruppenübung, begleitet von Psychologen, geht es um Teamarbeit in dynamischen Situationen, das Verhalten in Gruppen- und Einzelsituationen, um psychomotorische Fähigkeiten und um die Motivation für den Beruf. Das Assessment kostet zunächst nichts und ist bei Vertragsabschluss im Schulungspreis enthalten, Reise und Unterkunft zahlen Bewerber aber selbst.
Das Ergebnis kommt nach einigen Tagen. Wer durchfällt, darf das Verfahren frühestens nach 24 Monaten wiederholen. Umgekehrt dürfen zwischen dem bestandenen Assessment und dem ersten Schultag höchstens 24 Monate liegen, eine Vorgabe der EASA.
Schritt 3 von 3
Das Medical
Die flugmedizinische Untersuchung der Klasse 1 empfiehlt die Flugschule erst nach bestandenem Assessment. Den Termin bei einem flugmedizinischen Zentrum seiner Wahl vereinbart der Bewerber selbst. Geprüft wird, ob er die medizinischen Voraussetzungen erfüllt, sportliche Höchstleistungen verlangt dabei niemand. Weil die Flugausbildung teilweise in den USA stattfindet, kommt ein Tauglichkeitszeugnis der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA der Klasse 3 hinzu. Liegen alle drei Ergebnisse vor, meldet sich die Flugschule mit dem Angebot eines Schulungsvertrags.
Bei Ryanair läuft die Auswahl anders. Die Airline bildet nicht selbst aus, Bewerbungen für ihre Future Flyer Academy gehen ausschließlich an ausgewählte Partnerflugschulen. Dort durchlaufen Bewerber ohne Vorerfahrung ein eintägiges Assessment mit Tests in Mathematik, Physik und Englisch, Gruppenübungen und einem Einzelinterview. Wer angenommen wird, erhält mit der Einschreibung ein an Bedingungen geknüpftes Jobangebot und am Ende der Schulung ein garantiertes Abschluss-Assessment bei Ryanair.
Freie Flugschulen wählen nach eigenen Verfahren aus. Unabhängig von der Schule gilt: Ohne Medical der Klasse 1 gibt es keine Berufspilotenlizenz, und allein fliegen dürfen Flugschüler erst mit gültigem Tauglichkeitszeugnis. Die Untersuchung gehört deshalb vor die Unterschrift unter einen Schulungsvertrag, damit niemand für eine Ausbildung bezahlt, die er aus gesundheitlichen Gründen nicht abschließen kann.
Wie ist die Pilotenausbildung aufgebaut?
Das europäische Recht kennt drei Wege ins Cockpit eines Verkehrsflugzeugs. Sie unterscheiden sich darin, ob die Ausbildung an einem Stück stattfindet, wie viel davon im Flugzeug und wie viel im Simulator geschieht und welche Lizenz am Ende steht:
| Weg | Für wen | Theorie | Flugausbildung |
|---|---|---|---|
| Integrierte ATPL-Ausbildung | Einsteiger ohne Vorerfahrung | mind. 750 Stunden | mind. 195 Stunden |
| Modulare Ausbildung | Inhaber einer Privatpilotenlizenz | 650 Stunden | in einzelnen Modulen |
| MPL-Ausbildung | Einsteiger, Schule an eine Airline gebunden | mind. 750 Stunden | mind. 240 Stunden, viel Simulator |
Quelle: Verordnung (EU) Nr. 1178/2011, Teil-FCL, Anlagen 3 und 5, in der konsolidierten Fassung der EASA, Stand Oktober 2026. Theoriestunden der modularen Ausbildung für Inhaber einer Privatpilotenlizenz.
Die integrierte Ausbildung ist der übliche Weg für Schulabgänger. Sie findet ohne Unterbrechung an einer einzigen Flugschule statt und führt in rund zwei Jahren zur Frozen ATPL. Die modulare Ausbildung setzt eine Privatpilotenlizenz voraus und erwirbt die weiteren Berechtigungen nacheinander, was sich neben einem Beruf organisieren lässt. Die Vereinigung Cockpit rät dabei, die Ausbildung in höchstens 36 Monaten abzuschließen. Die MPL schließlich ist auf das Cockpit mit zwei Piloten zugeschnitten. Nur Einsteiger ohne Vorerfahrung werden zugelassen, die Flugschule muss zu einer Airline gehören oder mit ihr zusammenarbeiten, und die Musterberechtigung ist Teil der Ausbildung. Gemeint ist die Berechtigung für ein bestimmtes Flugzeugmuster wie den Airbus A320, in Stellenanzeigen Type Rating genannt. Dafür darf ein MPL-Inhaber nur als Copilot fliegen, bis er die Voraussetzungen für weitere Lizenzen erfüllt.
Die Theorie: 13 Fächer und eine Prüfung bei der Behörde
Die Theorie ist bei allen drei Wegen dieselbe. Geprüft wird das Wissen eines Verkehrspiloten in 13 Fächern:
- Luftrecht und Kommunikation im Sprechfunk
- Flugzeugkunde, aufgeteilt in Zelle, Systeme und Triebwerke sowie Instrumentenkunde
- Masse und Schwerpunkt, Flugleistung sowie Flugplanung und Flugüberwachung
- Menschliches Leistungsvermögen und Meteorologie
- Allgemeine Navigation und Funknavigation
- Betriebliche Verfahren und Grundlagen des Fliegens, also die Aerodynamik
Die Prüfungsregeln sind streng. Bestanden ist ein Fach mit 75 % der möglichen Punkte, für falsche Antworten gibt es keinen Abzug. Alle Fächer müssen innerhalb von 18 Monaten bestanden sein, gerechnet ab dem Ende des Monats mit dem ersten Prüfungsversuch. Wer ein Fach viermal nicht besteht oder für alle Fächer mehr als sechs Prüfungsdurchgänge braucht, muss nach weiterer Schulung sämtliche Prüfungen wiederholen. Einmal bestanden, bleibt die ATPL-Theorie lange gültig: sieben Jahre, gerechnet ab dem letzten Gültigkeitstag der Instrumentenflugberechtigung in der Lizenz.
Die Praxis: vom einmotorigen Flugzeug in den Simulator
Für die integrierte Ausbildung schreibt das europäische Recht mindestens 195 Stunden Flugausbildung vor, von denen bis zu 55 Stunden im Simulator stattfinden dürfen. Innerhalb dieser Zeit verlangt die Verordnung unter anderem:
- 95 Stunden mit Fluglehrer an Bord
- 70 Stunden als verantwortlicher Pilot, davon bis zu 55 Stunden unter Aufsicht: Ein Lehrer sitzt dabei an Bord, beobachtet aber nur und greift nicht ein
- 50 Stunden Überlandflug, darunter ein Flug von mindestens 540 Kilometern mit Landungen auf zwei anderen Flugplätzen
- fünf Stunden Nachtflug sowie 115 Stunden Instrumentenflug, in denen auch das Zusammenspiel zweier Piloten im Cockpit geübt wird
Am Ende der Flugausbildung stehen zwei praktische Prüfungen, die zur Berufspilotenlizenz und die zur Instrumentenflugberechtigung, Letztere auf einem zweimotorigen Flugzeug. Hinzu kommt das Training der Zusammenarbeit im Cockpit, Multi-Crew Cooperation (MCC) genannt, mit mindestens 25 Stunden Theorie und Übungen. Vorgeschrieben ist außerdem ein Training zur Beherrschung ungewöhnlicher Fluglagen, im Fachjargon Upset Prevention and Recovery Training (UPRT).
Ein Beispiel: der Ablauf an der Flugschule der Lufthansa Group
Wie die Vorgaben in der Praxis aussehen, zeigt der Lehrplan der European Flight Academy für die Schulung in Deutschland. Sie dauert 22 bis 24 Monate und wechselt mehrmals den Ort:
| Phase | Dauer | Ort |
|---|---|---|
| Theorie mit Prüfung beim Luftfahrt-Bundesamt | 12 Monate | Bremen |
| Flugtraining auf einmotorigen Flugzeugen | 6 Monate | Goodyear bei Phoenix (USA) |
| Zweimotorige Flugzeuge, Prüfung zur Berufspilotenlizenz | 3 Monate | Rostock-Laage |
| Multi-Crew Cooperation im Simulator | 4 Wochen | Frankfurt, Berlin oder Zürich |
Quelle: European Flight Academy, Ausbildungsverlauf Schulung Deutschland und Stellenausschreibung, Abruf Oktober 2026.
Schweizer Flugschüler lernen die Theorie in Zürich und fliegen in den USA und in Grenchen, dort beginnt die erste Flugphase schon nach rund sieben Wochen Theorie. Nach dem Training im Simulator halten die Absolventen ihre Frozen ATPL in der Hand. Die Musterberechtigung für ein bestimmtes Flugzeugmuster folgt erst bei der Airline, die einen Absolventen einstellt. Dort dauert sie rund drei Monate, die Kosten für Musterberechtigung und Landetraining übernimmt nach Angaben der Flugschule in aller Regel die Airline.
Was kostet die Pilotenausbildung?
Kein anderer Beruf am Flughafen verlangt eine so hohe Vorleistung. Die Vereinigung Cockpit rechnet je nach Flugschule mit mindestens 60.000 € bis 120.000 €, dazu kommen Miete und Lebenshaltung während der Ausbildung. Manche Airlines verlangen außerdem eine Beteiligung von bis zu 30.000 € an der Musterberechtigung. Die Gewerkschaft rät dringend davon ab, eine Musterberechtigung ohne Einstellungszusage auf eigene Kosten zu erwerben. Angebote, bei denen junge Piloten für Linientraining oder das Sammeln von Flugstunden bis zu 60.000 € zusätzlich selbst bezahlen sollen, lehnt sie ganz ab.
Die European Flight Academy berechnet für ihr Schulungspaket in Deutschland 130.000 €, in der Schweiz vor staatlichen Zuschüssen 150.000 CHF. Bezahlt wird in sechs Raten, die jeweils vor oder während einer Ausbildungsphase fällig werden:
| Rate | Fällig | Betrag |
|---|---|---|
| 1. Rate | 30 Tage vor Beginn der Theorie | 10.000 € |
| 2. Rate | 60 Tage nach Beginn der Theorie | 10.000 € |
| 3. Rate | vor der einmotorigen Flugphase | 15.000 € |
| 4. Rate | während der einmotorigen Flugphase | 35.000 € |
| 5. Rate | vor der zweimotorigen Flugphase | 45.000 € |
| 6. Rate | vor dem Simulatortraining | 15.000 € |
| Gesamt | 130.000 € |
Quelle: European Flight Academy, Kosten und Leistungen Schulung Deutschland, Abruf Oktober 2026. Ohne Berücksichtigung von Finanzhilfen.
Im Preis enthalten sind Theorie und Praxis, die Prüfungs- und Lizenzgebühren, die Lernmittel, das Assessment, die Sprechfunkzeugnisse und die ICAO-Sprachtests, die Uniform sowie die Flüge in die USA und das Wohnheim dort. Selbst bezahlen Flugschüler den DLR-Test, die Medicals, das Visum für die USA, ein vorgeschriebenes Tablet und ihre Unterkunft in Deutschland. Scheitert ein Schüler an seinen Leistungen, sind die Kosten gedeckelt: Je nach Phase des Abbruchs werden 20 %, 40 % oder 60 % des Preises fällig. Ein Gehalt gibt es während der Ausbildung nicht. Die Flugschule rät zudem von Nebenjobs ab, weil die Schulung einer Vollzeitbeschäftigung entspricht. Der Unterschied zu anderen Luftfahrtberufen ist deutlich: Angehende Fluglotsen werden während ihrer Ausbildung bezahlt, wie der Ratgeber zur Fluglotsen-Ausbildung zeigt.
Wie lässt sich die Pilotenausbildung finanzieren?
Die wenigsten Flugschüler können sechsstellige Beträge aus eigenen Mitteln bezahlen. Vier Modelle kommen in Frage, die sich kombinieren lassen:
- Bildungsfonds: Bei der European Flight Academy bringt der Schüler 10.000 € selbst auf, der Bildungsfonds Brain Capital übernimmt die übrigen 120.000 €. Zurückgezahlt wird nach der Ausbildung elf Jahre lang ein fester Anteil des Bruttoeinkommens, bei voller Förderung 12 %, allerdings nur in Jahren mit mehr als 30.000 € Einkommen. Nach spätestens 20 Jahren erlischt die Verpflichtung. Nach oben ist sie gedeckelt: Bei einem Cockpitjob in der Lufthansa Group entspricht die Gesamtsumme höchstens einem Kredit mit 8 % Zinsen, bei anderen Arbeitgebern oder außerhalb des Cockpits mit 14 %.
- Förderprogramm der Lufthansa Group: Für Bewerber, die sich die Ausbildung auch mit Hilfe der Familie nicht leisten können, übernimmt die Flugschule den Eigenanteil von 10.000 €. Als Nachweis dient ein BAföG-Bescheid oder eine Selbstauskunft.
- BAföG: Nach Angaben der Flugschule kann die Schulung grundsätzlich mit BAföG gefördert werden. Wer seinen Lebensunterhalt während der Ausbildung nicht selbst bestreiten kann, sollte einen Antrag deshalb prüfen lassen.
- Darlehen der Airline: In der Schweiz finanziert SWISS die Ausbildung über einen Rahmen- und Darlehensvertrag. Schweizer erhalten ein Darlehen von 90.000 CHF und staatliche Zuschüsse von 60.000 CHF und starten damit ohne eigenes Kapital. Die Rückzahlung beginnt mit dem Stellenantritt und läuft in 90 Monatsraten zu je 1.000 CHF, zuzüglich Zinsen.
Für das Risiko, nach der Schulung keinen Platz im Cockpit zu finden, bietet die European Flight Academy eine vertragliche Absicherung: Erhält ein Absolvent trotz nachweislicher Bewerbungen innerhalb von 24 Monaten kein Angebot einer Airline der Lufthansa Group, erstattet die Flugschule 50 % des Schulungspreises. Was die Rückzahlung für das Einkommen der ersten Berufsjahre bedeutet, rechnet unser Ratgeber zum Pilot Gehalt an einem Beispiel vor.
Welche Flugschulen und Airline-Programme gibt es?
Grundsätzlich kann jeder an einer Flugschule seiner Wahl lernen, sofern sie von einer Behörde in einem Mitgliedsstaat der EASA zugelassen ist. Flugschulen für Berufspiloten genehmigt in Deutschland das Luftfahrt-Bundesamt, das auch eine Liste der zugelassenen Schulen führt. Lizenzen aus einem EASA-Staat gelten in allen anderen. Die Vereinigung Cockpit weist aber darauf hin, dass viele Airlines eine Lizenz aus ihrem Heimatland verlangen und Lizenz und Medical aus demselben Staat stammen müssen. Eine Ausbildung in den USA ist günstiger, eine dort erworbene Berufslizenz lässt sich jedoch nicht direkt in eine europäische umschreiben. Neben den freien Flugschulen gibt es Programme, die direkt an eine Airline-Gruppe gekoppelt sind.
Lufthansa Group: die European Flight Academy
Lufthansa und SWISS bilden seit den 1960er-Jahren eigene Piloten aus. Seit 2017 bündeln sie die Ausbildung in der European Flight Academy, einer Marke von Lufthansa Aviation Training. Sie ist die einzige Flugschule, die für die Airlines der Lufthansa Group Piloten ohne Vorerfahrung ausbildet, an den Standorten Bremen, Rostock-Laage, Zürich, Grenchen und Goodyear in den USA. Absolventen können sich bei allen Airlines der Gruppe bewerben und werden gegenüber externen Bewerbern bevorzugt. Wann ein Platz frei wird, hängt allerdings vom Bedarf der Airlines ab, was die Flugschule selbst offen benennt.
Innerhalb der Gruppe gibt es zusätzliche Programme mit engerer Bindung an eine Airline. Bei Eurowings bewerben sich Flugschüler zwei bis neun Monate nach Schulungsbeginn für ein Förderprogramm, das eine bevorzugte Einstellung und Mitarbeitervorteile wie vergünstigte Flüge bietet. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Modelle, die unten in den Länderkarten stehen. Wer zusätzlich einen Studienabschluss möchte, kann die Schulung mit dem Bachelorstudium Luftfahrtsystemtechnik und -management an der Hochschule Bremen verbinden und beginnt die Flugausbildung dann nach dem vierten Semester.
Ryanair: Ausbildung über Partnerflugschulen
Ryanair betreibt keine eigene Flugschule, sondern arbeitet mit ausgewählten Partnern zusammen, darunter AFTA, Aviomar, Astonfly, Bartolini Air und Skyborne. Die Future Flyer Academy bietet drei Einstiege: die durchgehende Ausbildung ohne Vorerfahrung, die nach Angaben der Airline ab 16 Monaten dauert, einen modularen Weg für Flugschüler mit Vorkenntnissen und ein reines Training für die Zusammenarbeit im Cockpit für Inhaber einer Berufslizenz. Unterrichtet wird nach den Verfahren von Ryanair. Wer das Abschluss-Assessment besteht, erhält einen Platz in der Musterberechtigung für die Boeing 737, für die eine Vereinbarung über die Ausbildungskosten gilt. Ryanair unterhält in Deutschland mehrere Basen, darunter Berlin.
Die Wege in der Schweiz und in Österreich
In beiden Ländern läuft der Weg ins Cockpit der großen Airlines ebenfalls über die European Flight Academy, aber mit eigenen Bedingungen:
Schweiz: SWISS und Edelweiss
- Die Theorie findet in Zürich statt, geflogen wird in den USA und in Grenchen. Am Schweizer Standort ist neben Englisch auch Deutsch auf Niveau B2 Pflicht.
- Die Schulung kostet 150.000 CHF. Staatliche Zuschüsse decken davon für Schweizer 60.000 CHF, für Bürger aus EU- und EFTA-Staaten 36.000 CHF.
- Mit einem Vorvertrag von SWISS oder Edelweiss starten Schweizer ohne eigenes Kapital. Bürger aus EU- und EFTA-Staaten bringen 24.000 CHF selbst auf. Den Vorvertrag gibt es nach einem zusätzlichen Auswahlschritt der Airline.
- Die Lizenzen stellt das Bundesamt für Zivilluftfahrt aus. Als Alternative zum DLR-Test zählt für Schweizer das Zertifikat des Förderprogramms SPHAIR.
Österreich: Austrian Airlines
- Austrian Airlines vergibt über das Programm Future Pilots Austrian rund 25 Förderplätze im Jahr. Die Schüler lernen in den regulären Kursen der European Flight Academy in Deutschland.
- Vor der Schulung stehen ein zweitägiger Simulatortest in Wien und eine zweitägige Endauswahl beim DLR in Hamburg. Das Medical wird bei Austrian in Wien gemacht.
- Die Ausbildung bezahlen die Schüler selbst. Dafür übernimmt Austrian das finanzielle Risiko, wenn jemand aus medizinischen oder fachlichen Gründen ausscheidet, und berücksichtigt die Absolventen bevorzugt.
- Verlangt werden die allgemeine Hochschulreife, ein uneingeschränkter EU-Pass und Deutsch auf Niveau B2. Eine weitere Partnerschule der European Flight Academy ist die Aviation Academy Austria in Wiener Neustadt, die Lizenzen stellt die Austro Control aus.
Wie geht es nach der Flugschule weiter?
Mit der Frozen ATPL darf ein Absolvent als Erster Offizier, also als Copilot, auf einem Verkehrsflugzeug eingesetzt werden, sobald er die Musterberechtigung für dieses Flugzeug besitzt. Der Weg dorthin führt über die Bewerbung bei einer Airline. Vor dem Arbeitsvertrag steht ein Auswahlgespräch, in der Lufthansa Group Airline Fit genannt, in dem die Airline den Absolventen kennenlernt und seine Leistungen in der Flugschule bespricht. Je nach Airline kommen weitere Tests hinzu. Danach folgen die Musterberechtigung und das Landetraining auf dem echten Flugzeug. Mit 1.500 Flugstunden, darunter 500 Stunden im Cockpit mit zwei Piloten, kann der Erste Offizier die volle Verkehrspilotenlizenz beantragen. Bis zur Beförderung zum Kapitän vergehen nach Angaben der Vereinigung Cockpit etwa 3 bis 20 Jahre.
Wie wichtig der richtige Einstieg ist, zeigt unsere Auswertung der Cockpit-Anzeigen auf flughafen-jobs.de. Am 26. Oktober 2026 waren 17 Ausschreibungen online, zwei davon Schulungsangebote der European Flight Academy. Die übrigen 15 Stellen bei neun Arbeitgebern richteten sich ausnahmslos an Piloten mit Erfahrung. Für Kapitäne lagen die Anforderungen zwischen 1.000 Stunden als verantwortlicher Pilot und 5.000 Flugstunden insgesamt. Doch auch jede der sieben Anzeigen für Erste Offiziere und Copiloten verlangte mindestens 500 Flugstunden oder eine Verkehrspilotenlizenz, meist zusammen mit einer Musterberechtigung:
| Airline | Position | Verlangte Erfahrung |
|---|---|---|
| Lufthansa City Airlines | First Officer A220 | Musterberechtigung A320 oder A220, 500 Stunden auf großen Flugzeugen |
| SWISS | First Officer A320 | Musterberechtigung A320, 800 Stunden auf der A320-Familie |
| Chair Airlines | First Officer A320 | Verkehrspilotenlizenz, Musterberechtigung A320 |
| Arcus-Air | Co-Pilot PC-12 und Embraer | 500 Stunden, Musterberechtigung |
| ACM Air Charter | First Officer Bombardier Global | 1.000 bis 1.500 Stunden, davon 500 bis 1.000 auf großen Flugzeugen |
Quelle: flughafen-jobs.de, Auswertung der Cockpit-Anzeigen, Stand 26.10.2026. Große Flugzeuge sind solche der Zulassungsklasse CS-25, also Verkehrs- und große Geschäftsreiseflugzeuge.
Die integrierte Ausbildung schreibt mindestens 195 Stunden Flugausbildung vor, eine Musterberechtigung gehört nicht dazu. Die Direkteinstiege auf dem Stellenmarkt sind für Absolventen damit zunächst nicht erreichbar. Für den Berufsstart kommt es deshalb auf Airlines an, die Absolventen ohne Musterberechtigung einstellen und selbst auf ihr Flugzeugmuster schulen. Die Lufthansa Group tut das für die Absolventen ihrer Flugschule, Ryanair für die seiner Partnerschulen. Die Frage nach dem späteren Arbeitgeber gehört damit schon zur Wahl der Flugschule.
Aktuelle Stellen für Piloten
Im Bereich Pilot Jobs erscheinen neben Stellen für erfahrene Piloten auch Schulungsangebote von Flugschulen, im Oktober 2026 etwa die Lehrgänge der European Flight Academy. Erste Offiziere und Kapitäne suchten die Airlines in diesem Monat vor allem in Zürich, Frankfurt und am Baden-Airpark:
Aktuelle Pilot Jobs und Schulungsplätze
Aktuell 16 offene Stellen und Schulungsplätze im Cockpit auf flughafen-jobs.de.
Was verdienen Piloten nach der Ausbildung?
Mit dem ersten Arbeitsvertrag kehrt sich die Rechnung um. Für den Einstieg als Erster Offizier nennt die Vereinigung Cockpit je nach Airline zwischen 1.500 € und 6.500 € im Monat, für neue Kapitäne zwischen 3.000 € und 12.000 €, jeweils brutto. Die Lufthansa nannte 2023 für den Einstieg als Erster Offizier 69.000 € im Jahr, Lufthansa City Airlines beziffert die Spanne ihrer Tabelle für First Officer auf 5.555 € bis 8.979 € im Monat einschließlich Flugzulage (Stand April 2024). Rechnet man alle Berufsjahre zusammen, kommen Piloten nach einer Gehaltsportal-Auswertung im Median auf rund 10.700 € im Monat. Von diesen Beträgen geht in den ersten Jahren die Rückzahlung der Ausbildung ab, beim Bildungsfonds der European Flight Academy bei voller Förderung 12 % des Bruttoeinkommens. Den vollständigen Airline-Vergleich mit Tarifen, Zulagen und den Werten für die Schweiz und Österreich finden Sie im Ratgeber Pilot Gehalt.
Fazit
Die Pilot Ausbildung ist eine Schulung von rund zwei Jahren an einer zugelassenen Flugschule, die mit der Frozen ATPL endet und bis zu 130.000 € kostet. Wer sie beginnen will, braucht ein Medical der Klasse 1, gutes Englisch, solide Kenntnisse in Mathematik und Physik und muss einen Eignungstest bestehen. Mindestens so wichtig wie die Lizenz ist der Weg in den ersten Job, denn die offenen Stellen für Erste Offiziere verlangen Flugerfahrung, die Absolventen noch nicht haben. Die Programme der Airlines, etwa der Lufthansa Group und von Ryanair, verbinden deshalb Ausbildung und Einstieg. Wer das Medical nicht besteht oder den Flugbetrieb lieber vom Boden aus steuert, findet eine Alternative im Beruf des Flugdienstberaters. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
FAQ: Häufige Fragen zur Pilot Ausbildung
Wie lange dauert die Ausbildung zum Piloten?
Die durchgehende Ausbildung bis zur Berufspilotenlizenz mit Instrumentenflugberechtigung und ATPL-Theorie dauert rund zwei Jahre, an der European Flight Academy 22 bis 24 Monate. Die Musterberechtigung bei der Airline nimmt weitere rund drei Monate in Anspruch. Die volle Verkehrspilotenlizenz gibt es nach 1.500 Flugstunden, also erst nach einigen Jahren im Beruf.
Was kostet die Pilotenausbildung?
Die Vereinigung Cockpit rechnet je nach Flugschule mit mindestens 60.000 € bis 120.000 € zuzüglich Lebenshaltung, an der European Flight Academy sind es 130.000 € und in der Schweiz 150.000 CHF vor staatlichen Zuschüssen. Hinzu kommen der Eignungstest, die Medicals und bei manchen Airlines bis zu 30.000 € für die Musterberechtigung.
Wird man in der Pilotenausbildung bezahlt?
Nein, eine Ausbildungsvergütung gibt es nicht. Flugschüler bezahlen ihre Schulung selbst. Finanziert wird meist über einen Bildungsfonds, ein Darlehen oder ein Förderprogramm einer Airline. Nach Angaben der European Flight Academy kann die Schulung grundsätzlich auch mit BAföG gefördert werden.
Kann man ohne Abitur Pilot werden?
Gesetzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Die European Flight Academy verlangt aber die Hochschul- oder Fachhochschulreife, und auch Airlines wie Lufthansa City Airlines und SWISS setzen sie in ihren Anzeigen für Erste Offiziere voraus. Wer ohne Abitur eine freie Flugschule besucht, sollte deshalb vorab klären, bei welchen Airlines er sich später bewerben kann.
Kann man mit Brille Pilot werden?
Ja. Für das Medical der Klasse 1 verlangt das europäische Recht eine Sehschärfe von mindestens 0,7 auf jedem Auge und 1,0 mit beiden Augen, Brille oder Kontaktlinsen sind dabei erlaubt. Bei Kurzsichtigkeit über −6 Dioptrien, Weitsichtigkeit über +5 Dioptrien oder einer Hornhautverkrümmung über 2 Dioptrien entscheidet nach einer augenärztlichen Untersuchung der medizinische Sachverständige der Luftfahrtbehörde. Wer im Cockpit eine Brille trägt, muss eine Ersatzbrille griffbereit haben. Airlines können eigene Grenzen setzen, die European Flight Academy prüft Einschränkungen bei den Dioptrien im Einzelfall.
Gibt es eine Altersgrenze für die Pilotenausbildung?
Eine gesetzliche Obergrenze für den Ausbildungsbeginn gibt es nicht, nur Mindestalter: 17 Jahre für die Bewerbung an der European Flight Academy, 18 Jahre für die Berufspilotenlizenz und 21 Jahre für die Verkehrspilotenlizenz. Im gewerblichen Luftverkehr dürfen Piloten bis 65 fliegen. Die Vereinigung Cockpit beobachtet, dass die Chancen in den Auswahlverfahren der Airlines ab einem Alter von über 30 Jahren deutlich sinken.
Wie wird man Pilot bei Lufthansa?
Der Weg für Berufseinsteiger führt über die European Flight Academy, die Flugschule der Lufthansa Group. Am Anfang steht der DLR-Test, danach folgen das Lufthansa Group Assessment und die flugmedizinische Untersuchung. Nach rund zwei Jahren Schulung können sich Absolventen bevorzugt bei allen Airlines der Gruppe bewerben, eingestellt wird nach Bedarf.
Was ist der Unterschied zwischen ATPL und MPL?
Die integrierte ATPL-Ausbildung führt zur Berufspilotenlizenz mit Instrumentenflugberechtigung und ATPL-Theorie, die an keine bestimmte Airline gebunden ist. Die MPL ist von Anfang an auf eine bestimmte Airline und ihr Flugzeug zugeschnitten, enthält die Musterberechtigung und findet zu einem größeren Teil im Simulator statt. Sie berechtigt nur zum Einsatz als Copilot in Flugzeugen mit zwei Piloten. Zur vollen Verkehrspilotenlizenz führen beide Wege nach 1.500 Flugstunden.









