Das Wichtigste in Kürze
- Berufe: Flughäfen und Airlines bilden in mehr als 30 Berufen aus. Vier davon gibt es ausschließlich in der Luftfahrt, darunter Luftverkehrskaufmann und Fluggerätmechaniker. Die meisten Plätze entfallen auf Technik, Logistik und kaufmännische Berufe.
- Vergütung: Flughäfen mit dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes zahlen im ersten Ausbildungsjahr 1.368,26 € brutto im Monat, im vierten 1.527,59 € (Stand Mai 2026). Lufthansa Technik liegt mit 1.421 € bis 1.586 € etwas darüber.
- Voraussetzungen: Je nach Beruf reicht der Hauptschulabschluss, meist wird ein mittlerer Abschluss erwartet. Für alle Berufe gilt eine behördliche Zuverlässigkeitsüberprüfung. Viele Stellen verlangen Schichtbereitschaft.
- Duales Studium: Größere Flughäfen und die Flugsicherung bieten duale Studiengänge an, beispielsweise Luftverkehrsmanagement, Informatik oder Elektrotechnik.
- Bewerbung: Die Ausbildung beginnt im August oder September. Die Bewerbungsphase startet rund ein Jahr vorher, bei mehreren Flughäfen endet sie schon im Oktober.
Welche Ausbildungsberufe gibt es am Flughafen?
Ein großer Flughafen funktioniert wie eine eigene Stadt. Er hat ein Stromnetz, eine Feuerwehr, Werkstätten, Lagerhallen, Restaurants, eine Verwaltung und eine IT-Abteilung. Entsprechend breit ist das Angebot an Ausbildungsplätzen. Die Fraport AG in Frankfurt führt beispielsweise 13 Ausbildungsberufe und 7 duale Studiengänge auf. Hinzu kommen die Airlines und ihre Technikbetriebe, die am selben Standort ausbilden.
Die Berufe lassen sich in drei Gruppen einteilen:
| Gruppe | Beispiele | Wer bildet aus |
|---|---|---|
| Reine Luftfahrtberufe | Luftverkehrskaufmann, Servicekaufmann im Luftverkehr, Fluggerätmechaniker, Fluggerätelektroniker | Flughäfen, Airlines, Technikbetriebe |
| Allgemeine Berufe mit Einsatz am Flughafen | Mechatroniker, Elektroniker, Fachinformatiker, Fachkraft für Lagerlogistik, Kaufleute für Büromanagement, Werkfeuerwehrmann | Flughäfen, Frachtgesellschaften, Töchter |
| Duale Studiengänge | Luftverkehrsmanagement, Informatik, Elektrotechnik, Facility Management | große Flughäfen, Flugsicherung |
Quelle: Ausbildungsseiten der Flughafenbetreiber und Stellenanzeigen auf flughafen-jobs.de, Stand 05.10.2026.
Daneben gibt es Berufe, die viele mit dem Flughafen verbinden, die aber keine klassische Ausbildung sind. Dazu gehören Flugbegleiter, Fluglotse und Pilot. Sie werden weiter unten eingeordnet.
Welche Ausbildungen sind typisch für den Flughafen?
Fünf staatlich anerkannte Ausbildungsberufe prägen den Flughafen. Vier davon gibt es nur in der Luftfahrt, der fünfte, der Werkfeuerwehrmann, wird auch in der Industrie ausgebildet. Alle fünf sind selten: Auf sie entfielen 2025 zusammen rund 1.400 der bundesweit rund 476.000 neuen Ausbildungsverträge.
| Beruf | Dauer | Neue Verträge 2025 |
|---|---|---|
| Fluggerätmechaniker | 3,5 Jahre | 921 |
| Werkfeuerwehrmann | 3 Jahre | 222 |
| Fluggerätelektroniker | 3,5 Jahre | 174 |
| Servicekaufmann im Luftverkehr | 3 Jahre | 60 |
| Luftverkehrskaufmann | 3 Jahre | 39 |
Quelle: Bundesinstitut für Berufsbildung, Erhebung der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 30.09.2025 (Werte auf Vielfache von 3 gerundet), Ausbildungsordnungen der Berufe. Werkfeuerwehrleute werden auch in der Industrie ausgebildet.

Luftverkehrskaufmann
Luftverkehrskaufleute sind die Generalisten des Flughafens. Die dreijährige Ausbildung nach der Ausbildungsordnung von 2017 verbindet den Betrieb mit der kaufmännischen Seite. Auszubildende arbeiten am Check-in, im Terminalmanagement, bei der Flugzeugabfertigung auf dem Vorfeld und in der Luftfracht. Dazu kommen Stationen im Einkauf, im Personalwesen, im Marketing und im Controlling. Geprüft wird in zwei Teilen, der erste findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres statt. Mit 39 neuen Verträgen im Jahr 2025 ist es der seltenste Beruf der Branche. Ausbildungsplätze schreiben vor allem Flughafenbetreiber aus, etwa in Stuttgart oder Frankfurt.

Servicekaufmann im Luftverkehr
Servicekaufleute im Luftverkehr arbeiten näher am Fluggast. Sie checken Passagiere ein, führen das Boarding durch, verkaufen Tickets und Zusatzleistungen und helfen bei verlorenem Gepäck. An kleineren Flughäfen koordinieren sie auch die Abfertigung des Flugzeugs und erstellen die Ladepapiere. Kaufmännische Aufgaben gehören dazu, stehen aber weniger im Mittelpunkt als beim Luftverkehrskaufmann. Die Ausbildungsordnung sieht drei Jahre vor, manche Betriebe verkürzen auf zweieinhalb. Weil im Schichtdienst gearbeitet wird, verlangen Ausbildungsbetriebe häufig ein Mindestalter von 18 Jahren zu Beginn. Die Berufsschule für Auszubildende aus Bayern liegt in Freising, der Unterricht findet in mehrwöchigen Blöcken statt.

Fluggerätmechaniker und Fluggerätelektroniker
Die beiden technischen Luftfahrtberufe sind die größten der Branche. Fluggerätmechaniker warten Flugzeuge, bauen Strukturbauteile oder überholen Triebwerke, je nach gewählter Fachrichtung. Fluggerätelektroniker kümmern sich um die elektrischen und elektronischen Systeme an Bord, von der Verkabelung bis zum Cockpit-Instrument. Beide Ausbildungen dauern dreieinhalb Jahre und sind auf die europäische Lizenz für Luftfahrtpersonal abgestimmt. Ausgebildet wird bei den Technikbetrieben der Airlines, allen voran Lufthansa Technik mit rund 800 Auszubildenden an drei Standorten. Alle Einzelheiten stehen im Ratgeber zur Fluggerätmechaniker Ausbildung.

Werkfeuerwehrmann
Jeder Verkehrsflughafen muss eine eigene Feuerwehr vorhalten, die im Ernstfall binnen weniger Minuten am Flugzeug ist. Die dreijährige Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann beginnt mit rund anderthalb Jahren handwerklicher Grundausbildung in Elektro-, Metall- und Holztechnik. Danach folgen die feuerwehrtechnische Ausbildung, der Rettungssanitäter und der Lkw-Führerschein. Die Auswahl ist anspruchsvoll, ein Sporttest gehört fast überall dazu. Was Bewerber erwartet, beschreibt der Ratgeber zur Werkfeuerwehrmann Ausbildung.
Welche technischen und kaufmännischen Ausbildungen bieten Flughäfen an?
Die Mehrzahl der Ausbildungsplätze am Flughafen entfällt auf Berufe, die es auch in anderen Branchen gibt. Der Abschluss ist derselbe wie in jedem anderen Betrieb, der Arbeitsplatz ist es nicht. Sechs Felder sind an fast jedem größeren Standort vertreten:
- Elektro- und Anlagentechnik: Elektroniker für Betriebstechnik, Mechatroniker und Anlagenmechaniker halten die Infrastruktur am Laufen. Am Hamburg Airport gehören dazu die Beleuchtung der Start- und Landebahn, die Gepäckförderanlage und die Fluggastbrücken. Die Ausbildungen dauern dreieinhalb Jahre.
- Fahrzeugtechnik: Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Nutzfahrzeuge reparieren Spezialgerät, das es nur am Flughafen gibt: Flugzeugschlepper, Gepäckwagen, Enteisungsfahrzeuge und Löschfahrzeuge.
- Logistik: Fachkräfte für Lagerlogistik und Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung lernen bei den Frachtgesellschaften. Bei Lufthansa Cargo gehören Gemälde, Sportwagen und Medizinprodukte zum Alltag.
- Verwaltung und IT: Kaufleute für Büromanagement durchlaufen Abteilungen wie Personal, Einkauf und Unternehmenskommunikation. Fachinformatiker für Systemintegration betreuen Netze und Systeme, von denen der Flugbetrieb abhängt.
- Sicherheit: Die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit führt in die Leitstelle und den Streifendienst des Flughafens. Sie ist der Ausbildungsweg in die Flughafensicherheit, während die Kontrollkräfte an den Kontrollstellen über eine Schulung einsteigen.
- Gastronomie und Handel: Köche, Fachleute für Systemgastronomie, Hotelfachleute und Einzelhandelskaufleute lernen bei den Gastronomie- und Handelstöchtern der Flughäfen, beispielsweise am Flughafen München.
Die offenen Stellen dieser Berufe finden Sie in den Bereichen Technik und Wartung und Logistik und Fracht.
Welche dualen Studiengänge gibt es am Flughafen?
Ein duales Studium verbindet ein Bachelorstudium an einer Hochschule mit Praxisphasen im Betrieb. Die Studierenden erhalten von Beginn an ein Gehalt. Drei Richtungen bieten Flughäfen und Flugsicherung an:
- Luftverkehrsmanagement: Der betriebswirtschaftliche Studiengang mit Schwerpunkt Luftverkehr dauert sechs Semester. Der Flughafen Düsseldorf und die Deutsche Flugsicherung arbeiten dafür mit der Frankfurt University of Applied Sciences zusammen, auch die Fraport AG bietet den Studiengang an. Wer in Düsseldorf arbeitet und in Frankfurt studiert, erhält einen Wohnzuschuss von 400 € im Monat.
- Technik und Bau: Elektrotechnik, Gebäudesystemtechnik, Bauingenieurwesen und Technisches Facility Management, also der Betrieb der Gebäude und technischen Anlagen, richten sich an Abiturienten mit guten Noten in Mathematik und Physik. Die Deutsche Flugsicherung bildet auf diesem Weg ihre Flugsicherungsingenieure aus, die Radar- und Landesysteme betreuen.
- Informatik: Angewandte Informatik, Wirtschaftsinformatik und IT-Sicherheit stehen bei der Fraport AG im Programm, am Flughafen Stuttgart Data Science und Künstliche Intelligenz. Die Deutsche Flugsicherung bildet ebenfalls Informatiker im dualen Studium aus.
Vorausgesetzt wird das Abitur oder die Fachhochschulreife. Die Zahl der Plätze ist klein, und die Betriebe achten stark auf die Noten. Am Flughafen Berlin Brandenburg begannen im September 2026 neun dual Studierende in fünf Studiengängen.
Welche Flughafenberufe sind keine klassische Ausbildung?
Vier bekannte Berufe der Luftfahrt folgen eigenen Regeln. Sie sind keine Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz, und der Weg dorthin unterscheidet sich jeweils deutlich. Zu jedem Beruf gibt es auf flughafen-jobs.de einen eigenen Ratgeber:

Flugbegleiter
Flugbegleiter werden von ihrer Airline in einem mehrwöchigen Lehrgang geschult und danach direkt an Bord eingesetzt. Der Einstieg ist ab 18 Jahren möglich, verlangt werden unter anderem sicheres Schwimmen, sehr gutes Deutsch und Englisch und ein gültiger Reisepass. Eine vorherige Berufsausbildung ist nicht nötig. Welche Airline welche Bedingungen stellt und wie die Schulung abläuft, zeigt der Ratgeber Flugbegleiter Ausbildung.

Fluglotse
Fluglotsen bildet die Deutsche Flugsicherung an ihrer eigenen Akademie in Langen aus, vorausgesetzt werden das Abitur und ein mehrstufiges Auswahlverfahren. Die Ausbildung ist von Beginn an bezahlt. Einzelne Regionalflughäfen wie Hahn oder Mannheim bilden ihre Lotsen selbst aus. Den Ablauf vom Eignungstest bis zur Lizenz erklärt der Ratgeber Fluglotse Ausbildung.

Luftsicherheitsassistent und Luftsicherheitskontrollkraft
Die Kontrollkräfte an der Fluggastkontrolle und an den Personal- und Lieferantentoren durchlaufen eine gesetzlich geregelte Schulung mit behördlicher Prüfung. Sie dauert je nach Kontrollart wenige Wochen bis einige Monate und richtet sich an Erwachsene ab 18 Jahren, ausdrücklich auch an Quereinsteiger. Das Berufsbild an der Fluggastkontrolle stellt der Ratgeber Luftsicherheitsassistent vor, die Personal- und Warenkontrolle der Ratgeber Luftsicherheitskontrollkraft.

Pilot
Piloten lernen an einer Flugschule und bezahlen ihre Ausbildung selbst. Die Kosten liegen je nach Schule zwischen 60.000 € und 130.000 €, vergütet wird die Ausbildung nicht. Dafür gehören Verkehrspiloten später zu den bestbezahlten Berufsgruppen in Deutschland. Was sie verdienen und wie sich die Ausbildungsschulden auf das Einkommen der ersten Jahre auswirken, zeigt der Ratgeber Pilot Gehalt.
Welche Flughäfen und Airlines bilden aus?
Wie sich die Ausbildungsplätze tatsächlich verteilen, zeigt ein Blick in die Stellenanzeigen. Wir haben alle Ausschreibungen auf flughafen-jobs.de ausgewertet, die sich an Auszubildende und dual Studierende richten. Zum Stichtag 5. Oktober 2026 waren es 88 Anzeigen von 31 Arbeitgebern an 16 Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
| Berufsfeld | Anzeigen |
|---|---|
| Fluggerätmechaniker und Fluggerätelektroniker | 23 |
| Technik und Handwerk | 16 |
| Lagerlogistik und Spedition | 12 |
| Duales Studium | 10 |
| Kaufmännische Berufe einschließlich Luftverkehr | 10 |
| Gastronomie und Hotel | 6 |
| Sicherheit und Feuerwehr | 5 |
| IT | 3 |
| Fluglotse an Regionalflughäfen | 3 |
Quelle: flughafen-jobs.de, Auswertung der Ausbildungs- und Studienanzeigen vom 05.10.2026.
Zwei Befunde stechen heraus. Erstens kam fast die Hälfte der Ausschreibungen aus einem Konzern: 43 der 88 Anzeigen stammten von Gesellschaften der Lufthansa Group, vor allem von Lufthansa Technik, der Deutschen Lufthansa und Lufthansa Cargo. Zweitens konzentrieren sich die Plätze auf wenige Standorte. Auf Frankfurt, München und Hamburg entfielen zusammen 54 Anzeigen, auf Berlin weitere 12.
Kleinere Flughäfen bilden ebenfalls aus, meist in wenigen Berufen. Memmingen und Nürnberg suchten beispielsweise Servicekaufleute im Luftverkehr, dazu kamen Kaufleute für Büromanagement und einzelne technische Berufe. Die Auswertung ist eine Momentaufnahme aus dem Oktober. Sie zeigt die Plätze, für die zu diesem Zeitpunkt Bewerber gesucht wurden, nicht die Gesamtzahl der Auszubildenden.
Welche Voraussetzungen gelten für eine Ausbildung am Flughafen?
Rechtlich ist für keinen der Ausbildungsberufe ein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe legen ihre Anforderungen selbst fest. Was unabhängig vom Beruf für jeden Arbeitsplatz hinter der Sicherheitskontrolle gilt, von der Zuverlässigkeitsüberprüfung bis zum Flughafenausweis, erklärt der Ratgeber Arbeiten am Flughafen. Sechs Punkte tauchen in den Ausschreibungen regelmäßig auf:
Schulabschluss
Für technische Berufe und die Logistik genügt häufig ein guter Hauptschulabschluss. Kaufmännische Berufe wie Luftverkehrskaufmann oder Servicekaufmann im Luftverkehr setzen in aller Regel einen mittleren Abschluss mit guten Noten voraus. Für ein duales Studium ist das Abitur oder die Fachhochschulreife nötig. Geachtet wird je nach Beruf auf Mathematik und Physik oder auf Deutsch und Englisch.
Zuverlässigkeitsüberprüfung
Wer im Sicherheitsbereich eines Flughafens arbeitet, wird vorher von der Luftsicherheitsbehörde überprüft. Das gilt auch für Auszubildende. Die Behörde holt unter anderem eine Auskunft aus dem Bundeszentralregister ein und beteiligt die Polizei. Den Antrag stellt der Ausbildungsbetrieb. Wie das Verfahren abläuft, erklärt unser Ratgeber zur Zuverlässigkeitsüberprüfung.
Schichtbereitschaft
Ein Flughafen arbeitet früh morgens, spät abends und am Wochenende. In den operativen Berufen, also überall dort, wo der Flugbetrieb direkt läuft, gehört Schichtdienst deshalb schon zur Ausbildung, bei Minderjährigen in den Grenzen des Jugendarbeitsschutzes. In Verwaltung und IT sind die Arbeitszeiten dagegen meist regulär. Wer feste Bürozeiten bevorzugt, sollte das bei der Berufswahl berücksichtigen.
Mindestalter
Viele Auszubildende beginnen direkt nach der Schule mit 16 oder 17 Jahren. Für Berufe mit regelmäßigem Schichtdienst verlangen einzelne Betriebe 18 Jahre zum Ausbildungsbeginn, etwa bei Servicekaufleuten im Luftverkehr. Bei der Werkfeuerwehr liegt die Grenze je nach Flughafen zwischen 16,5 und 17,5 Jahren.
Führerschein
Flughäfen liegen außerhalb der Stadt, und die erste Schicht beginnt oft, bevor Busse und Bahnen fahren. Viele Betriebe verlangen deshalb den Führerschein der Klasse B, manche schon zum Ausbildungsbeginn, andere bis zum Ende der Ausbildung.
Englischkenntnisse
Englisch ist die Arbeitssprache der Luftfahrt. In Berufen mit Kontakt zu Fluggästen werden gute bis sehr gute Kenntnisse erwartet. In der Technik sind Handbücher und Wartungsunterlagen auf Englisch verfasst. Für die Logistik genügt in aller Regel solides Schulenglisch, das in der Ausbildung ausgebaut wird.
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung am Flughafen?
Viele deutsche Verkehrsflughäfen sind in öffentlicher Hand und wenden den Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes an. Er gilt unabhängig vom Beruf: Ein angehender Fachinformatiker erhält dasselbe wie ein angehender Mechatroniker. Frankfurt, München und Düsseldorf nennen auf ihren Ausbildungsseiten genau diese Beträge.
| Ausbildungsjahr | Brutto im Monat |
|---|---|
| 1. Jahr | 1.368,26 € |
| 2. Jahr | 1.418,20 € |
| 3. Jahr | 1.464,02 € |
| 4. Jahr | 1.527,59 € |
Quelle: Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD), Besonderer Teil BBiG, Fassung der kommunalen Arbeitgeber, gültig ab 1. Mai 2026.
Zum Monatsentgelt kommen weitere Leistungen. Der Tarifvertrag sieht eine Jahressonderzahlung von 90 % des November-Entgelts vor, vergleichbar mit einem Weihnachtsgeld, 30 Urlaubstage und eine Prämie von 400 € für die bestandene Abschlussprüfung. Dual Studierende in einem Studiengang mit integrierter Ausbildung erhalten zusätzlich 150 € im Monat. Wer mindestens mit der Note „befriedigend“ abschließt, wird bei betrieblichem Bedarf unbefristet übernommen.
Airlines und ihre Töchter zahlen nach eigenen Tarifverträgen. Der Vergleich zeigt, wie weit die Vergütungen auseinanderliegen:
Ausbildungsvergütung vom ersten bis zum letzten Ausbildungsjahr
Lufthansa Technik 1.421–1.586 €
Flughäfen im öffentlichen Tarif 1.368–1.528 €
Lufthansa Technik Logistik Services 1.367–1.477 €
Deutsche Flugsicherung 1.200–1.400 €
Eurowings Technik 1.067–1.321 €
Gesetzliche Mindestvergütung 2026 724–1.014 €
Angaben in € brutto im Monat
Die Werte der Unternehmen stammen aus deren Stellenanzeigen und Ausbildungsseiten für den Ausbildungsstart 2027. Die Deutsche Flugsicherung zahlt zusätzlich bis zu 400 € Wohngeld im Monat. Alle genannten Arbeitgeber liegen deutlich über der gesetzlichen Mindestvergütung, die 2026 im ersten Ausbildungsjahr 724 € beträgt. Niedriger kann die Vergütung bei kleinen Betrieben ohne Tarifbindung ausfallen. Ein Beispiel aus unserem Bestand ist ein duales Studium mit 900 € im ersten und 1.100 € im dritten Jahr.
Wann und wie bewirbt man sich für eine Ausbildung am Flughafen?
Die Ausbildung beginnt je nach Betrieb am 1. August oder am 1. September. Beworben wird etwa ein Jahr im Voraus, und die Fristen der großen Arbeitgeber liegen früh. Für den Ausbildungsstart 2027 gelten diese Termine:
- Flughafen München: Die Bewerbungsphase beginnt am 1. Juni des Vorjahres, die Ausbildung am 1. September.
- Flughafen Berlin Brandenburg: Ausschreibung seit Anfang September 2026, Beginn im Sommer 2027.
- Flughafen Düsseldorf: Bewerbungsschluss ist in aller Regel der 15. Oktober des Vorjahres.
- Deutsche Flugsicherung: Bewerbungsschluss für Ausbildung und duales Studium am 31. Oktober 2026.
- Flughafen Nürnberg: Bewerbungsschluss für Servicekaufleute im Luftverkehr am 31. Dezember 2026, Beginn am 1. September 2027.
- Lufthansa Group: Die Plätze für August 2027 sind seit dem Herbst 2026 ausgeschrieben.
Wer sich spät bewirbt, riskiert, dass die Plätze des Jahrgangs bereits vergeben sind. Einzelne Tochtergesellschaften der Flughäfen nehmen Bewerbungen dagegen das ganze Jahr über an. Beworben wird fast ausschließlich online über die Portale der Arbeitgeber. Verlangt werden ein Anschreiben, ein Lebenslauf und die letzten beiden Schulzeugnisse. Danach folgen je nach Betrieb ein Eignungstest und ein Vorstellungsgespräch. Vor der Einstellung steht die Zuverlässigkeitsüberprüfung, die einige Wochen dauern kann.
Wie funktioniert die Lehre an Flughäfen in Österreich und der Schweiz?
In beiden Nachbarländern heißt die Ausbildung Lehre und folgt eigenen Berufsbildern. Die Flughäfen bilden vor allem in technischen Berufen aus:
Österreich
- Der Flughafen Wien bildet in fünf Lehrberufen aus: Elektrotechnik, Installations- und Gebäudetechnik, Kfz-Technik, Metall- und Blechtechnik sowie Reinigungstechnik. Bis zu 60 Lehrlinge sind dort gleichzeitig in Ausbildung.
- Die Lehre lässt sich mit der Matura verbinden, dem österreichischen Abitur. Der Flughafen Wien stellt Lehrlinge für die Vorbereitung teilweise von der Arbeit frei.
- Das Lehrlingseinkommen richtet sich nach dem Kollektivvertrag. Der Flughafen Salzburg nennt für eine dreijährige Lehre 1.052,61 € im ersten, 1.278,98 € im zweiten und 1.471,39 € im dritten Lehrjahr.
- Austrian Airlines bildet in Wien Luftfahrzeugtechniker aus. Die Lehre dauert dreieinhalb Jahre.
Schweiz
- Die Flughafen Zürich AG bietet Lehrstellen in Berufsfeldern wie Elektrotechnik, Gebäudetechnik, Fahrzeuge, Informatik, Bau und Administration an.
- SWISS bildet unter anderem Logistiker und Polymechaniker aus. Die Lehre zum Logistiker dauert drei Jahre und endet mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis, dem Schweizer Berufsabschluss.
- Die Airline veröffentlicht ihre Lehrstellen jeweils Anfang August für den Lehrbeginn im August des Folgejahres.
- Vor der Bewerbung wird eine Schnupperlehre erwartet, also einige Probetage im Wunschberuf. Löhne nennen die Schweizer Betriebe in ihren Ausschreibungen nicht.
Aktuelle Ausbildungsplätze am Flughafen
Alle offenen Ausbildungsplätze und dualen Studienplätze der von uns beobachteten Flughäfen und Airlines finden Sie im Bereich Ausbildung am Flughafen. Stellen für Berufseinsteiger insgesamt bündelt die Übersicht Einstieg mit Ausbildung.
Aktuelle Ausbildungsplätze am Flughafen
Aktuell 95 offene Ausbildungs- und Studienplätze auf flughafen-jobs.de.
Fazit
Die Ausbildung am Flughafen ist vielfältiger, als der Name vermuten lässt. Neben den fünf typischen Flughafenberufen stehen Dutzende technische, kaufmännische und logistische Ausbildungen zur Wahl, dazu duale Studiengänge von Luftverkehrsmanagement bis Informatik. Die Vergütung ist überdurchschnittlich: Flughäfen im öffentlichen Tarif zahlen ab dem ersten Jahr 1.368,26 € im Monat. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Bewerbung, denn die großen Arbeitgeber vergeben ihre Plätze bereits im Herbst des Vorjahres. Wir hoffen, dass wir Ihnen damit weiterhelfen konnten!
FAQ: Häufige Fragen zur Ausbildung am Flughafen
Welche Ausbildung kann man am Flughafen machen?
Zur Wahl stehen reine Luftfahrtberufe wie Luftverkehrskaufmann, Servicekaufmann im Luftverkehr, Fluggerätmechaniker und Fluggerätelektroniker. Hinzu kommen allgemeine Berufe mit Einsatz am Flughafen, etwa Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Fachinformatiker, Fachkraft für Lagerlogistik, Kaufleute für Büromanagement und Werkfeuerwehrmann. Größere Flughäfen bieten außerdem duale Studiengänge an.
Was verdient man in der Ausbildung am Flughafen?
Flughäfen mit dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes zahlen 1.368,26 € brutto im ersten, 1.418,20 € im zweiten, 1.464,02 € im dritten und 1.527,59 € im vierten Ausbildungsjahr (Stand Mai 2026). Dazu kommen eine Jahressonderzahlung und 400 € Prämie nach bestandener Prüfung. Lufthansa Technik zahlt zwischen 1.421 € und 1.586 € im Monat.
Welchen Schulabschluss braucht man für eine Ausbildung am Flughafen?
Das hängt vom Beruf ab. Für technische Berufe und die Lagerlogistik genügt häufig ein guter Hauptschulabschluss. Kaufmännische Berufe setzen in aller Regel einen mittleren Abschluss voraus, duale Studiengänge das Abitur oder die Fachhochschulreife. Gesetzlich vorgeschrieben ist kein bestimmter Abschluss, die Betriebe entscheiden selbst.
Was ist der Unterschied zwischen Luftverkehrskaufmann und Servicekaufmann im Luftverkehr?
Beide Ausbildungen dauern drei Jahre. Luftverkehrskaufleute lernen den gesamten Betrieb kennen, von der Abfertigung über die Luftfracht bis zu Einkauf, Marketing und Controlling. Servicekaufleute im Luftverkehr arbeiten stärker am Fluggast: Check-in, Boarding, Ticketverkauf und Gepäckermittlung stehen im Mittelpunkt. Der Luftverkehrskaufmann ist der kaufmännisch breitere, der Servicekaufmann der kundennähere Beruf.
Wann sollte man sich für eine Ausbildung am Flughafen bewerben?
Etwa ein Jahr vor dem Ausbildungsbeginn. Die großen Flughäfen und Airlines schreiben ihre Plätze für August und September bereits im Sommer und Herbst des Vorjahres aus. Der Flughafen Düsseldorf schließt die Bewerbungsphase in aller Regel am 15. Oktober, der Flughafen München öffnet sie am 1. Juni des Vorjahres.
Ist Flugbegleiter eine Ausbildung?
Nicht im Sinne einer staatlich anerkannten Berufsausbildung. Flugbegleiter werden von ihrer Airline in einem Lehrgang von einigen Wochen geschult und danach direkt eingesetzt. Dasselbe gilt für die Kontrollkräfte der Luftsicherheit, die eine gesetzlich geregelte Schulung durchlaufen. Beide Wege stehen Erwachsenen offen und setzen keine vorherige Ausbildung in der Luftfahrt voraus.






